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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullchrerscminar.

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Geist ist dabei noch immer wesentlich der vom Pietismus ansgegangene, wenn sich auchhier und da schon Anfänge des Philanthropinismus zeigen.

Voran steht und geht in diesen Jahren Felbiger (vgl.den Art.Bd.il. S.345); ergründete 1765 das katholische Seminar am Dom in Breslau, welches noch heute daselbstblüht, und machte die Schulen zu Leubus, Grüßau, Glatz, Sagan re. zu Normalschulenund kleinen Lehrerbildungsanstalten. Damals ist wohl auch das kleine Seminar zuSchlegel in der Grafschaft Glatz errichtet worden, das zu Bcckedorffs Zeiten PfarrerLiebig leitete (Beckedorfs II. 113). Am 1. Mai 1774 (nicht 1764, wie Bd. II. S. 349verdruckt ist) trat Felbiger in österreichische Dienste und war bei der Reorganisation desdasigen Volksschnlwesens an erster Stelle mitbetheiligt. Die Einrichtung der Normal-schule in Wien und der mit ihr verbundenen Lehrerbildungsanstalt war schon 1770 insWerk gesetzt worden; durch ihn wurde die Institution im ganzen Lande durchgeführt(vgl. den Art. Oesterreich Bd.V. S. 242 ff. und 333 ff., sowie Eiscnlohr: die Semi-nare Deutschlands S. 8, auch Dcinhardt: die Lehrerbildungsanstalten. Wien 1870),welche im wesentlichen noch heute in Oesterreich besteht.

Wohl durch Felbiger angeregt, errichtete 1767 auch der Oberconsistorialrath Ram-bach in Breslau ein Seminar für Angehörige seiner Confession. Er gab dazu ein Zim-mer in seinem Hause her, unterrichtete selbst und zog jüngere Geistliche zur Mitarbeit

heran. Lehrgegenstände waren Lesen, Schreiben, Rechnen, Christenthnm. Anfangsdauerten die Cnrse nur Tage, höchstens Wochen; von 1780 an wurden sie auf zweiMonate ausgedehnt, und es kamen nicht mehr bloß junge Leute, denen bereits ein Schul-amt zngesichert war, sondern auch solche, die erst Lehrer werden wollten. Zur Unter-haltung der Anstalt wurden von nun an jährlich 3000 Thlr. angewiesen, „von denenjedoch ein bedeutender Theil zur Besoldung auswärtiger Schullehrer verwandt wurde;"und von nun an blühte das Seminar bis zum Ausbruch des Krieges 1806. Im Jahre1810 gieng man an die Reorganisation, und am 3. Aug. 1812 wurde es im eigenenHanse als königliche Anstalt feierlich eröffnet und Harnisch als erster Lehrer cingeführt(Schulrath a. d. O. II. S. 116). Fünf (nach anderer Angabe neun) Jahre später alsdas Breslauer Seminar nahm das zu Klein-Dexen (jetzt Pr. Eylau) seinen bescheidenenAnfang, welches dann Dinter znm Mittelpunct seiner reformatorischen Thätigkeit in Ost-preußen gemacht hat. In Würzbnrg ward 1771 ein Seminar errichtet.

e. Nicht vom Staatsminister v. d. Recke, wie Eisenlohk angiebt (a. a. O. S. 3),sondern von einem einfachen Geistlichen gieng 1776 die Gründung des Mindener Se-minars aus, dessen Geschichte nicht nur einen sehr interessanten Einblick in die damaligen

Zustände, sondern auch einBild von der Energie giebt, mit welcher treue evan-gelische Geistliche der Lehrerbildung sich angenommen haben, und diewir daher in einem Auszuge aus Vormbaums 1856 erschienenem Programme mit-theilen.

Zn Sanct Marien in Minden stand in den sechziger und siebcnzigcr Jahren desvorigen Jahrhunderts der Prediger Venator. „Von ihm rührt die erste Anlage desSchulmeister-Scminariums in Minden her," sagt eine alte Chronik. Venator wurdenemlich zum Adjunctus des bejahrten Consistorialraths und Superintendenten Herbst inPetershagen ernannt und erbot sich, ein gutes Schulmeistcrseminarium in seinem Hauseanzulegen. Der Minister v. Zedlitz genehmigte diesen Vorschlag am 3. Dcc. 1772, undweil Venator vorläufig in seiner Predigcrstelle zu Minden verblieb, so eröffncte er dortdie Anstalt am 15. Sept. 1773 „mit 4 Subjectcn." Bald darauf zog er nach Peters-hagen und wollte das Seminar dahin verlegen. Das Mindcn-Ravensbergische Konsi-storium billigte das nicht, sondern wollte die Anstalt in Minden eingerichtet und durchfeste Anordnungen geregelt wissen. Der Unterricht gerieth dadurch ins Stocken, und esbegannen weitläufige Verhandlungen, die erst nach 3 Jahren zum Schluffe gelangten.Im Mindener Waisenhause wurde der Anstalt vom Magistrat ein Lehrzimmer eingerichtet.Man bestimmte die Lehrer der lateinischen Schule, Conrector Kühlmann und Schulcolle-