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Volksschullchrcrseminar.
insbesondere 1000 Thaler angewiesen und dadurch die Herstellung eines eigenen In-spektors, Hcrzberg, die Anschaffung und Unterhaltung einer Lescbibliothck, und Geld-unterstühung für ärmere Präparanden möglich; an Geld hat es seitdem der Anstaltnicht mehr gefehlt, aber die übrigen Zustände wurden je länger, je mehr unerträglichund veranlaßten die im Jahre 1817 durch Türk (vgl. den Art.) ansgeführte Verlegungder Anstalt nach Potsdam, wo ste unter Klödens Direktion und Runge's besondererBetheiligung reorganistrt wurde. Letzterer, der einzige noch Ueberlebende, schreibt mirdarüber: „Die Sache war schon vor Türks Amtsantritt beabsichtigt und vorbereitet;„er führte sie nur aus und zwar war ich dabei sein Gehülfe. Es stand damals jenem„Seminar der Inspektor Herzberg vor; es war in seinen Leistungen sehr gesunken und„das Ministerium hielt auch Berlin nicht für ein Landschullehrerseminar geeignet."Neuerdings ist die Anstalt nach Köpenick verlegt worden. Eine rein fiskalische ist sieseit 1817 (vgl. Wilberg: Erinnerungen aus meinem Leben S. 31—37).
Ein Jahr früher als das Berliner oder, wie cs später genannt wurde, das kurmärkischeSeminar entstand das zu Rudolstadt (1747); bald darauf in ähnlicher Weise wie inBerlin (1751) dasjenige zu Hannover. Der fromme Kaufmann Böttcher, welcher derbessern Kindererziehung und Unterweisung gern Opfer bringen wollte, aber den richtigenAusdruck für das, was er wünschte, vergeblich suchte, fand in dem Consistorialrathe G. W.Götten den Mann, der ihm die Wege bahnte, und in dem Candidaten Nölting denrichtigen Lehrer für Einrichtung und Leitung der Freischule und des Seminares daselbst,welches sich, ohne solche Krisen wie das Berliner durchmachcn zu müßcn, zu einemblühenden Hauptseminar entwickelt hat (vgl. I. C. Salfeld, Geschichte des Kgl. Schul-lehrerseminars und dessen Freischule. Hannover 1800; den Art. Hannover III. S. 321und 324, sowie das Centralblatt v. Stiehl, Thl. XIII.). In Biedermann: Altes nndNeues III. S. 298, habe ich das nachfolgende Publicandum vom 14. Febr. 1752gefunden, welches den kleinen Anfang der Sache deutlich veranschaulicht und meinesWissens sonst nirgends abgedruckt ist:
„Hannover. Gleichwie sowohl die königliche und kurfürstliche Landesregierung alsKonsistorium die Verbesserung des Schulwesens, bereits seit verschiedenen Jahren, nachAusweise der ergangenen Verordnungen sich besonders angelegen sein lassen, so ist auchzu dem Ende unter andern diensam und uöthig erachtet worden, denjenigen, welche der-mahleinst in deutschen Schulen andre unterweisen wollen, eine Gelegenheit zu verschaffen,worin sie zu solcher Unterweisung selbst vorher genugsam zubereitet würden. Es istdannenhero beliebet, vorerst und zu weiterer Einrichtung dieses Werkes, einem hiesigendazu geschickten Ounäiüato bliuistsrii diese Zubereitung unter Aufsicht des k. Consistoriidergestalt aufzutragen, daß nach dessen Instruction diejenigen allhier sich aufhaltcndenPersonen, welche dazu Lust und Neigung, auch die erforderten Anfangsgründe der Er-kenntnis haben, derselben ohne Entgelt genießen, und doch nöthigenfalls dabeiin ihren bisherigen Umständen und Conditioneu verbleiben können,wofern sie anders des Tages wenigstens eine Stunde sich dazu abmüßi-gen dürfen. Es wird demnach selbigen diese proviflonelle Verfügung bekannt gemacht,damit sie sich desfalls bei dem dazu ausersehenen Candidato (welcher jetzo wohnhaftin der Armenschule auf dem neuen Anbau) bei Zeiten anmelden, nähere Nachrichtvon der ganzen Einrichtung einziehen, nach erhaltener Genehmigung des KöniglichenConsistorii dieser Wohlthat genießen, und zu künftiger Beförderung sich dadurch fähigermachen mögen."
Das von Herzog Karl I. von Braunschweig am 1. Oct. 1753 gegründete Lehrer-seminar zu Wolfenbüttel, mit welchem 1813 auch das 1773 gegründete Helmstädter ver-einigt wurde, scheint unmittelbar von der Landesregierung selbst ins Leben gerufen zusein; doch dauert es noch eine geraume Weile, ehe der Vorgang Nachfolge findet. Vor-läufig bleibt es Regel, daß die Initiative von Geistlichen ausgeht und die Behörde ersthelfend und dann leitend Antritt, wenn die Unternehmung geglückt ist. Der treibende