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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Nolksschullehrerscminar.

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jährliche Visitation der Anstalt an; nnd auch die Methode des Unterrichts wurde ineinem neu angeführten Plane vorgeschrieben.

WaS die Zöglinge anlangt, so wurden sie in Präparanden und Seminaristen cin-getheilt. Bei beiden sah man darauf, daß sie den Umgang mit Kindern liebten undsich freundlich mit ihnen zu beschäftigen verstanden. Die ersten besuchten bloß dieLehrstunden und genoßen keine Wohlthaten, außer daß die Aermeren unter ihnen freienUnterricht erhielten. Sie waren größtentheils Professionisten, besonders Schneider,damit sie sich bei dem damals oft geringen Einkommen der meisten Landschulstcllcn destoeher möchten erhalten können. Bei der Annahme derselben sah man hauptsächlich darauf,daß sie nicht zu bejahrt, nicht körperlich verunstaltet, nicht mürrischen Wesens waren,dagegen sich durch Fähigkeiten des Verstandes, durch Eigenschaften des GemüthS undgute Sitten, so wie durch ihr ganzes Wesen und Betragen zu dem künftigen Amteempfahlen. Sie besuchten so lange das Seminar, als es ihre Vermögensumständeerlaubten; manche nur wenige Monate. Eigentliche Seminaristen konnten nur die werden,welche sich durch Kopf und Charakter besonders auszeichneten; dieselben wurden theilsaus den Präparanden, thcis aus den Schülern der Kunst- und deutschen Schule, sowie aus dem Pädagogio der Realschule ausgewählt. Außer dem freien Unterricht hattensie Wohnung, Licht, Holz, Bett, so wie den Mittags- und Abendtisch frei. Tie,welche zum Unterricht in den niederen Classen der deutschen Schule gebraucht wurden,erhielten dafür aus der Schulkasse eine Remuneration. Die Anzahl der Präparandenwar unbestimmt; die der Seminaristen dagegen war auf sechs festgesetzt, weil die Kassedes Seminars nicht gestattete, deren mehr zu erhalten. Die Präparanden wurden meistin Landschulstellen befördert, die Seminaristen dagegen erhielten gewöhnlich Cantor- undOrganistenposten an den Kirchen zu Berlin, oder Schullehrerstellen an den Parochial-odcr Stadtschulen in der Provinz. Vier Seminaristen wohnten im Schulhause und standenunter einer bestimmten Aufsicht. Der Unterricht aller Mitglieder des Seminars wurdedamals nach einem bestimmten Lehrplane von fünf Lehrern ertheilt.

Die Gegenstände des Unterrichts waren darnach: I. Christliche Religion. 1. Er-klärung des kleinen Katechismus Lutheri. 2. Lesung und Erklärung lehrreicher Abschnitteaus der Bibel. 3. Wiederholung der von den Präparanden am verflossenen Sonn-tage gehörten Predigt. 4. Erklärung der Verse aus dem alten und neuen Gesangbuche.— II. Lesen; theils zu eigener Vervollkommnung, theils um die brauchbarste Methodezu zeigen, Kinder lesen zu lehren. — III. Deutsche Sprache nnd Verfertigung schrift-licher Aufsätze. — IV. Schön- und Rechtschreiben. — V. Rechnen. — Beiläufig er-hielten sie auch Kenntnis der gangbarsten Maße und Münzen des Landes. —VI. Geographie und Statistik. — Die nothwendigen Kenntnisse der preuß. Landes-verfassung wurden hierbei nicht vernachlässigt. — VII. Geschichte. — VIII. Natur-geschichte, insofern sie einen nähern Einfluß auf die Landesökonomie hat; Meteoro-logie nnd die wichtigsten diätetischen nnd medicinischen Regeln. — IX. PraktischeAnweisungen. Diese bezogen sich darauf: n) den ganz kleinen Kindern die Vuch-stabenkenntnis, das Syllabiren und Lesen beizubringen und sich mit ihnen auf einenützliche Art zu unterhalten; d) mit erwachsenen Kindern zu katechisiren. — X. Einekurze Pädagogik und Methodologie. — XI. Vocalmusik. — XII. Christliche vernünftigeund sittsame Betragart. — XIII. Diejenigen Präparanden, welche Zeit, Kopf nndNeigung hatten, besuchten die praktisch mathematischen Elasten der Kunst- und deutschenSchule, um in derselben das Nöthigste und für sie Brauchbarste von dem Feldmesten,der Mechanik, physischen Astronomie und bürgerlichen Baukunst zu erlernen. Auchwar es ihnen erlaubt, den Handzeichnungsclasscn, so wie auch allen übrigen Lectionender gedachten Anstalten beizuwohnen. — XIV. Gartenbau, Banmzucht, Maulbeerbaum-cultur und Seidenbau.

Mit dem Regierungsantritte Friedrich Wilhelms II. wurden für das Seminar