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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschullehrerscminar.

Zeit in den Schulstunden vergebens zubringen. Wie zum Exempcl geschieht, wenndie Kinder nach einander zum Schulmeister kommen und vor demselben aufsagen."„Die vierte Hindernis" ist der Mangel an beständiger Aufsicht, der es zur Folge hat,daß die Schulhalter eine neu Angeführte „vorteilhafte Methode" sofort wieder verlassenund „auf die alten Sprünge kommen." Trotz dieser Hochhaltung der „Methode" denktHecker noch nicht an ein Seminar, sondern er hofft, cs würden sich Ltmäiosi IlwolvssMö„schon zu Lehrern finden, wenn sie, nachdem sie eine zeitlang durch Information derKinder sich zum Predigtamt präpariret, anderen in der Promotion durch besonderekönigliche Gnade vorgezogeu würden" (Brandenb. Schulblatt 1847, S. 535 ff.). Wirfinden ihn hier noch genau auf dem Standpuncte Francke's bei den ersten Einrich-tungen im Waisenhause zu Halle. Inzwischen erweiterte sich sein eigner Gesichtskreissehr bald, und andererseits wandte der junge König nach dem Frieden von Dresdenseine ganze Aufmerksamkeit den innen: Zuständen des Landes zu. Natürlich sah cs inden Landschulen noch kläglicher aus als in der Hauptstadt. Daß Handwerker, entlasseneDiener, Jäger, Soldaten die gewöhnlichen Lehrer waren, ist bekannt; aber es hieltenauch wohl die Altsitzer Schule, und Viehhirten unterrichteten in der geschäftsfreien Winter-zeit die Jugend der Reihe nach in den Wohnstuben der Dorfbewohner.

So brachten beide ein gleich lebendiges Interesse mit, als Hecker seinem Königeineiner Audienz anfangs des Jahres 1748 Vortrag hielt und von ihm den Auftragempfieng, Vorschläge einzureichen, wie die Schulen im allgemeinen zweckmäßig einzurichtenseien, und wie der Realschule insbesondere noch aufgeholfen werden könne. „Bei dieserGelegenheit," so erzählt Hientzsch a. a. O., „erklärte der edle Mann unter anderem, daßnicht nur in Berlin, sondern auch in andern Städten der königl. Provinzen, so wie esbereits zuKlosterbergcn geschehen, gute Seminarien angelegt werden möchten, in welchenkünftige Schullehrer für die Landjugend wohl vorbereitet, und zugleich in Pflanzungund Wartung der Maulbeerbäume, wie in Erziehung der Seidenwürmer zur glücklichenAufnahme des Seidenbaues (eine Lieblingsidee Friedrichs des Großen) unterrichtetwerden könnten. Obschon ein abgefordertes Gutachten von den beiden ConsistorialräthenSüßmilch und Köppen sich für die Ausführung d'ieses Planes, ein solches Seminarmit der Realschule zu verbinden, ausgesprochen hatte, erfolgte doch keine königl. Be-schlußnahme, sondern dasselbe wurde den 14. Dcc. 1748 als ein Privatinstitut, mehrzur Bildung und Vorbereitung der für die deutsche und die andern Schulen der Drei-faltigkeitskirche, so wie für die untersten Elasten der Realschule erforderlichen Lehrereröffnet. Das Einzige, was in dieser Zeit von oben geschah, war eine Bekanntmachung,daß die auf 8 bis 10 Meilen um Berlin herum vacant werdenden Küster- und Schul-meistcrstellcn mit Subjccten aus der Realschule, die Hecker zum Seidenbau und zurMaulbeerbaumcultur habe anweisen lasten, besetzt werden sollten, daher er solche beientstehenden Vacanzen in Vorschlag zu bringen habe. Im I. 1752 befahl der Königsowohl der neumärkischen Kammer, als auch den Consistorien zu Stettin und Köslin,daß die offen werdenden Schulmeisterstellen in den königl. Amtsdörfern mit Leuten ausden: Seminare der Realschule, die wohl vorbereitet wären und den Seidenbau verständen,besetzt werden sollten." — Erst mit dem Jahre 1753 bekam das Seminar aus derAmtskirchenrcvenüenkasse jährlich 600 Thaler bewilligt, wodurch es als für die Kurmarkbegründet betrachtet werden kann. Es wurden in dasselbe 10 bis 12 ordentliche undeben so viel außerordentliche, später noch mehr Präparanden ausgenommen, welche unterder Aufsicht des Inspektors der Realschule in der Lehrart, im Katcchisircn, Lesen,Rechnen, Schreiben, in der Vocalmusik (im Singen der Choralmclodieen), in derMaulbeerbaumzucht und im Seidenbau unterrichtet wurden.

In dieser Weise wurde das Seminar bis 1767 fortgeführt, wo das Directoriumder oben genannten Kasse sich genöthigt sah, die Zahlung dieser zum Unterhalte desSeminars bewilligten 600 Thaler einzustellen. Gleichwohl befahl der König 1772 eine