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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Volksschule.

Vvlksschullehrerseminar.

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wie keine andere ihre Wurzeln in Familie und Gemeinde hat, und daß ihr Gedeihennur möglich ist, wenn sie in Ucbercinstimmung mit den Lcbensbedingungcn und Lebens-bedürfnissen desjenigen Volkstheils verwaltet wird, dessen Kinder ihr anvertraut sind.Nicht minder liegt es in der Natur dieser Unterrichtsanstalt, daß es bei ihr noch mehrals bei jeder andern auf die Persönlichkeit des Lehrers ankommt, und zwar lange nichtbloß auf sein Wissen, sondern auf sein Wollen, seine Liebe zu dem Beruf, seine Treuein demselben, seine Fähigkeit, sich in Proportion mit dessen Lebensbedingungcn zu fühlenund zu halten. — Als einst einem praktischen Landwirth das Buch eines berühmtenTheoretikers über den Landbau zum Lesen gegeben war, gab er auf die Frage, was erdavon halte, die Antwort: es ist alles in dem Buche gut und schön, nur eines fehltdarin — der Jahrgang. So möchte man von der Volksschule, von den Gesetzen, An-ordnungen, Lehrfächern, Methoden, die man sich redlich bemüht ihr darzureichen, sagen:das meiste kommt auf den Jahrgang an, der Jahrgang dieser Schule aber ist der Gangdes Lehrers in ihr, sein Walten und Wirken darin. Deshalb wer sich ein Urtheil überdie Leistungen der Volksschule bilden will, thut wohl, sich weniger an die Producte despädagogisch-literarischen Marktes zu halten, auf welchem ja auch mancherlei von zweifel-haftem Werthe seil geboten wird, als vielmehr sich mit solchen Schulen bekannt zumachen, worin treue Lehrer als Meister und Väter unter ihren Kindern stehen und soin bescheidenem Wirkungskreis für Gegenwart und Zukunft leisten, wovon die lauteWelt nichts weiß noch will, was aber weder ungewogen noch nnvcrdankt bleiben wird.* **) )

A. Hauber.

Volksschullr'hrer s. Lehrer, Volksschule, Volksschullehrerseminar.

Volksschullehrersemiliar. Geschichte. Die Quellen für die Geschichte der

Volksschullehrerseminare fließen bis jetzt noch sehr spärlich. Die Darstellungen der Ge-schichte der Pädagogik haben in der Regel nur hier oder da eine Notiz über sie undselbst K. Schmidt, der verhältnismäßig am ausführlichsten davon handelt, giebt nichtswesentlich Neues. Harnisch, „die Schullchrerbildung" (Eisleben 1836, 2. Thcil, von„Frisches und Firnes" S. 9 — 46) und Eisenlohr, „die SchullehrerbildungsanstaltenDeutschlands" (Stuttgart 1840 auf S. 29—43), geben Auskunft über den damaligenStand des Seminarwescns in Deutschland; Seyffarths Schriftchen „lieber die Semi-nare" enthält in seinem geschichtlichen Thcile (S. 27—36) nichts, was nicht schon allge-mein bekannt wäre. Dagegen finden sich in älteren Jahrgängen pädagogischer Zeit-schriften bcachtenswerthe Beiträge, so in den freimüthigen Jahrbüchern von Schwartz,Wagner rc., in der allgemeinen Schulzcitung von Zimmcrmann, im BrandenburgerSchulblatt, in den rheinischen Blättern rc. Im übrigen sind wir auf den Aufsatz inKrünitz' ökonomisch-technischer Encyklopädie, Theil 61 und 62, auf die Mittheilungen ein-zelner Landesregierungen in ihren officiellen Organen: Frankreichs im Luilstin uäministratik,Preußens in Beckedorffs Jahrbüchern und Stiehls Centralblatt, Sachsens in einem 1867als Manuscript gedruckten Exposo des Geh. Kirchen- und Schulrath vr. Gilbert und

*) Man vergleiche zu obigem Artikel die darin berührten verwandten, wie z. B. Religions-unterricht in niederen Schulen, Confessionsschulen, Errichtung und Erhaltung der Schule,Schulgeld, Schule, ihr Verhältnis zum Staat rc., Schulrcgiment, Schulverfassung u. a.

D. Red.

**) Der Name schwankt. Die ursprüngliche Form ist Seminarium, und die ältesten An-stalten führen auch diesen Namen im Siegel; in den letzten 40 Jahren ist die abgekürzte FormSeminar in Gebrauch gekommen; so heißt die 1832 in Berlin errichtete Lehrerbildungsanstalt:Seminar für Stadtschulen, und während wir Gymnasialwesen, Gymnasiallehrer rc. rc. schreiben,schreiben wir Scminarwesen, Scminardirector rc. rc. Dagegen hat sich im Plural die alte Form:Seminarien bis jetzt gegen die nunmehr correcte Seminare behauptet. Im Text diese« Artikelswird die Form Seminarium nur da gebraucht, wo sie historisch richtig ist; sonst wird Seminarund Seminare geschrieben.

Piidag. Enchlloi-ädtc. X.

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