Volksschule.
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Singen und Violinspieler,, und um des Kirchendicnstes willen das schwere Orgelspiclmit seiner Voraussetzung von Bekanntschaft mit der Harmonielehre. Ein junger Mensch,der nach allen diesen Seiten es zu etwas bringen soll, hat fürwahr sich tüchtig anzu-strcngcn, darf das Oel in der Lampe nicht sparen. Jedoch es sollen die künftigen Lehrerauch noch für anderweitige Verwendung vorbereitet werden, im Zeichnen, Turnen, Obst-bau, gewerblicher Buchführung u. dgl. nach Bedarf Unterricht crtheilen können, in denGegenden mit gemischter Sprache oder im Grenzland eine zweite Sprache erlernen. Wirerschöpfen hiemit keineswegs die Summe von Ansprüchen, welche thcils vom Wohlmeinen,thcils vom Unverstand an die Lernkraft und an die Leistungsfähigkeit eines Lehrers ge-macht werden. Aber daß aus der Mitte des Standes selbst sich da und dort Stimmenhören lassen, welchen das Angeführte noch lange nicht genug ist, welche z. B. lateinische,französische Sprache obligat gemacht haben wollen, welche Gelegenheit zur Aneignungphilosophischer Disciplinen gegeben wünschen u. s. f., darüber kann man nicht andersals sich verwundern, und muß fragen: wenn die jungen Leute, die sich dem Schulstandwidmen, eine solche Bildung erhalten sollen, durch welche sie, — vorausgesetzt daß all diesesim Lauf von wenigen Jahren zu bewältigen wäre — befähigt würden, an jeder höherenLehranstalt zu arbeiten, wer von ihnen wird dann noch Volksschullehrer werden wollen,oder wie wird er sich als solcher fühlen, wenn ers dennoch werden muß? Wir gönnenjedem Jüngling jeden reichen Bildungslauf, aber wenn cs sich von der Heranbildungfür den Beruf an der Volksschule handelt, dann begicnge die Behörde, welche hiefür zusorgen hat, eine Thorheit, wollte sie die Einrichtungen so treffen, daß alle bessern Kräfteeben für den Zweck, wofür sie gebildet werden, verloren gehen, und am Ende nur einBodensatz von unfähigen und trägen Individuen für die arme Schule übrig bleibt. Ganzunumgänglich nothwendig ist es daher, daß in den Forderungen dessen, was während derVorbereitungszcit zu erlernen ist, ein dem Endzweck corrcspondirendes Maß eingehaltcnund daß vom Unterricht und von der Leitung in den Scminaricn alles ferne gehalten werde,was dazu beitragen kann, die jungen Leute eher von der Schule wegzutreiben, als siedem in seiner Bescheidenheit schönen Beruf an den Kindern des Volkes cntgegenzuführen.Eine Versündigung ist es an jedem Jugendkreis und eine Beschädigung seiner Gegen-wart wie seiner Zukunft, das dem Alter natürliche Obcnhinanswollcn zu nähren undzu steigern; es verführt zum Jagen nach eingebildeten Idealen und verschließt die Augengegen das wirklich Ideale, was auf jedem realen Bcrufsfeld vorhanden denen ermunterndentgcgenlcuchtet, welche mit einer der Wirklichkeit proportionalen Gemüthsvcrfassnng inihn eingehen. Dies ist ein Erfahrungssatz von allgemeiner Geltung, er gilt gewiß auchfür die Beantwortung der Frage: was thut noth, was frommt bei der Heranbildung fürden Beruf eines Volksschullehrers? aber natürlich hängt seine Geltung davon ab, welcheAnsprüche überhaupt an die Schule gemacht werden, und wem daher die von uns obenentwickelten nicht genügen, der wird auch nothwendig einen höheren Maßstab an die Ein-richtungen zur Vorbereitung auf das Lehramt anlegen. Denn eines ist vom andern un-trennbar; man wird in beiden den realen Lebensbcdingungcn und Bedürfnissen gleicher-maßen entsprechen, oder hinter denselben Zurückbleiben, oder über sie hinaus und auf diePhantomenjagd gehen.
Fordert man nun mit Recht eine dem Wesen der Schule proportionirte Ausbildungihrer Lehrer, so darf man sich auch der Forderung einer den Aufgaben der Lehrer pro-portionirtcn ökonomischen Stellung derselben nicht entziehen. Hinsichtlich der crsterenhat man noch manchen Orts ein und anderes nachzuholen und gut zu machen, aus dem ein-fachen und zwingenden Grunde, weil sonst der bereits vorhandene Lehrermangel immer allge-meiner und empfindlicher wird, indem dcstowcniger junge Leute sich dem Berufe widmen,destomehr ihn wieder verlassen, um in vortheilhaftercu Stellungen Unterkunft zu finden.Aber auch davon abgesehen, so kann man die Ertheilung eines gedeihlichen Unterrichtsda kaum erwarten, wo die Freudigkeit durch Nahrungssorgen und Mangel niedcrgchalteuwird. Entweder muß der in dem Lehrerstande um sich greifenden Entmuthigung gesteuert