Volksschule.
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lung des Schulmeisters und der Kinder von der Geistcsanstrengung, theils zur Vorbe-reitung auf den Kriegsdienst. Wir zählen sie nicht alle auf, diese mannigfaltigen Anfor-derungen an die Zeit der Schule, die intcllectuelle und physische Leistungsfähigkeit ihrerLehrer, an Fassungskraft und Interesse der Schüler, nur eine sei noch genannt, welcheauch schon ernsthaft an die Volksschule gestellt worden ist, nemlich: Unterricht in derPolitik, damit die Schüler die verschiedenen Versassungsformen, — Monarchie, absolute,constitutionelle, Republik, Socialdemokratie — kennen und die beste wählen lernen. Beialler Anerkennung der guten Meinung für das Volk und von der Leistungskraft derSchule muß man doch fragen: haben die guten Leute auch schon einmal in eine solcheSchule hineingesehen? haben sie wargenommen, wie viel Noth da schon mit den Ele-menten, ja nur mit dem regelmäßigen Schulbesuch ist? Aber erstaunen muß man, wennselbst Männer, die in oder an dieser Voksschule ihren Beruf haben, solchen Forderungenin der Thesis zustimmcnd ihre eigene gesündere Praxis verleugnen. Jedenfalls abererweist man der Schule, dem Volk, den Lehrern dann einen schlechten Dienst, wennman, wie nicht wenige Wortführer thun, jede neu auftauchendc Bildungsrichtung derVolksschule aufdrängen und diese wie eine Kokette mit den Gewändern der wechselndenMode zur Schau und Bewunderung ausputzen will.
Die Anforderungen an die Volksschule müßen — wie wir oben sagten — den Be-dürfnissen der gegenwärtigen Zeit und den Lebensbedingungen derjenigen Volksclassen ent-sprechen, deren Kinder ihr anvertraut werden, und nun sehen wir noch hinzu, es dürfenjene Forderungen nicht widersprechen dem mit dem Alter der Schüler gegebenen Fassungs-vermögen, noch dem, was bei diesen vernünftigerweise an Interesse vorausgesetzt, oder ge-weckt^ werden kann. Hier sind die Grenzen gesteckt, welche man ohne Beschädigung ebendes erstrebten Bildungszweckes nicht überschreiten darf. Praktische Schulmänner erken-nen diese Grenzen an und warnen vor der Ueberbürdung der Volksschule (vgl. Mö-bius, Director der I. Bürgerschule zu Leipzig, „die Ueberbürdung der Volksschule"),und nicht minder reagirt gegen letztere der gesunde Menschenverstand. „Wenn man dasKraut zu eng seht, dann giebt es keine Köpfe" — hörte Vers, dieses einen Landwirthsagen, als in einer Bezirksschulversammlung die Unterrichtsgegenstände für die ländlichenSchulen besprochen wurden.
Gehen wir die möglichen Unterrichtsgegenstände im Hinblick auf die angegebenenGrundsätze durch, so wird sich in erster Linie die Geographie empfehlen, ein Fach,welches von der Ausdehnung des Blicks und der Interessen getragen wird, wie solchedurch die Erleichterung des Verkehrs, das viele und relativ weite Reisen auch der denuntern Schichten der Bevölkerung Angehörigen, durch die Beziehungen zwischen Ausge-wanderten und ihren daheimgebliebenen Familienangehörigen sich von selbst ergiebt; fernerhat die in manchen Landgemeinden lebhafte Betheiligung an den Interessen der Missiondem für die Geographie überhaupt schon seit längerer Zeit Vorschub geleistet. DieEinigung unseres deutschen Vaterlandes aber, die in deren Folge erlangte Freizügigkeit,das Bewußtsein, in jedem Territorium der verbündeten Staaten als vollberechtigterReichsgenosse leben und sich bewegen zu können — sie führen die Jüngeren ganz vonselbst zu einem Sichumsehenwollen in weiteren Kreisen; Mobilisirung der gewerblichenThätigkeit durch Aufhebung des Zunftzwangs und was sonst gesunden Armen und unter-nehmungskräftigem Streben hinderlich war, Mobilisirung der liegenden Güter, sie setzenvoraus und begünstigen auch die Mobilmachung des Menschen, wirken auf Entbin-dung von der Scholle; und das muß die Volksschule mit in Rechnung nehmen, wennsie den Bau ihres Unterrichtsplanes entwirft; selbst wenn man an den Krieg und andie Vortheile, welche die in der Geographie orientirten Soldaten und Unteroffiziere beieinem Kriege haben und bringen, lieber nicht denken möchte. — Allerdings kommt esaber darauf an, wie das Beibringen von geographischen Kenntnissen dann betrieben wird.Man ist nicht allgemein hierüber einig. Soll man mit der nächsten, engsten Heimatanfangen? dabei riskiren, daß Kinder und Alte fragen: wozu lernen, was man doch