Vocabcllernen.
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gekommenen Vocabularicn sich zur Erreichung des Zweckes meist als „wenig lohnend,zeitraubend und unfruchtbar erwiesen haben und wieder außer Gebrauch gekommen seien."Eine sehr anschauliche und lehrreiche Darstellung über die verschiedenen Ansichten undderen individuelle Begründung ist aus den Gutachten, Referaten und Discussioncn zu ent-nehmen, die in den ausführlichen Protokollen zweier pommcrschcn Dircctorenconfcrenzcnim Jahre 1861 und 1870 niedcrgclegt sind. Die wesentlichen Differenzpunctc bewegen sichum folgende Fragen: ob man entweder sich an den Wörtern, welche die Erlernung derGrammatik, die Lectüre, die Uebersehungsübungen mit sich bringen, genügen und dieselbenfest cinlernen, gehörig ordnen, mannigfach verwenden und fleißig repctircn lasse in einfacherGestalt, in Zusammensetzungen mit andern Wörtern, im Satze, mit etymologischen Erläu-terungen u. s. W. oder ob man, wenn auch im möglichst engen Anschluß an den Lehr-gang der Classen, ein gesondertes Vocabcllernen unter Benutzung eines Vocabulars cintrctcnlasse; ob dieses Vocabular sachlich oder etymologisch oder grammatisch geordnet sein,oder ob eine Abwechslung oder Mischung zwischen grammatischer, sachlicher, etymologischerAnordnung stattfindcn müße: ob für die verschiedenen Classen verschiedene, nach ver-schiedenen Gesichtspunctcn eingerichtete Vocabnlarien zu gebrauchen seien und in welchenClassen die eine oder die andere Anordnung zweckmäßig erscheine, ob man das metho-dische Vocabellernen unter Benutzung eines Vocabulars schon in der untersten Classe(Sexta) oder in der vorletzten oder noch später etwa nach Absolvirung der einfachenFormenlehre, eintreten lasse. Hervorragende Schulmänner und Pädagogen geben deretymologischen Anordnung den Vorzug. So Nägelsbach, Gymnastalpädagogik, 1862,S. 98: „Princip beim ganzen Elementarunterricht ist die sofortige Verarbeitung desGelernten in Sätzen. Dazu gehört nun freilich, daß die Schüler Wortkenntnis erlangen.Darum ist es nothwendig, Vocabcln lernen zu lassen und die gelernten immer wiederund alle Tage zu repctiren; auch darf die Anordnung keine zufällige dabei sein, sondernzunächst brauche man ein etymologisch geordnetes Vocabularium wie das Döderleins,dann ein phraseologisches, wie es Herold zusammengestellt hat." Schräder, Erzichungs-und Ilnterrichtslehre 1868, S. 339, 355 f. fordert, daß der Sprachunterricht nichtmit dem einzelnen Worte, sondern mit dem einfachen Satze beginne und dieser Sah sogewählt werde, daß an ihm die einfachsten Verhältnisse der Formenlehre und Syntaxwargenommen und erweitert werden können, und daß deshalb auch das Erlernen derVocabcln und Phrasen sich an das eben verarbeitete Material enge anschließe, daß dieneuen Vocabcln die Bcgriffssphärc des schon bekannten Wortes zu ergänzen und zu er-weitern haben, sei cs durch Aufführung synonymer Ausdrücke, durch Hinzufügung pas-sender Adjective, durch genauere Bezeichnung sachlich verwandter Gegenstände oder durchVerbindung der Derivata mit dem Stammworte. Schräder verwirft die sachliche An-ordnung des Vocabulars, weil der Lehrer in den unteren Classen nicht leicht Anlaß habe,die Wörter, welche sachlich derselben Begriffssphäre angehören, zu vcrwcrthen, da sienicht alle gleich wichtig, gleich üblich und wegen ihrer verschiedenartigen Form nicht gleichverwendbar sind, und giebt der etymologischen Anordnung aus inneren sprachlichen unddidaktisch-praktischen Gründen unbedingt den Vorzug, weil sie „sich aus der Sache selbstcrgicbt und weil die Erlernung der Sprache in ihrem inncrn Bau, nicht aber die derSachbcnennuugcn der Hauptzweck des Unterrichts ist," und weist nach, daß der Schülerdurch etymologische Zusammenordnung der Wörter auf dem Wege unmittelbarer An-schauung in die Wortbildungslehre eingeführt, zum Nachdenken und zur Selbstthätigkeit,zur Stärkung der Gedächtniskraft angcleitet und die erforderliche Hebung im Hören undSprechen des fremden Idioms veranlaßt werde. Scheibert (Pädagog. Archiv vonLangbein, 14. Jahrg. Nr. 2, S. 144) schlägt den Nutzen, den der Knabe durch dasLernen der zu den Lectiouen des Uebungsbuchs abgedruckten Wörter gewinnt, sehr geringan; das Wort soll dem Knaben nicht nur als Satzdiener, sondern in seiner Jsolirthcit undPersönlichkeit entgegcntreten und dadurch dem Schüler größeren Respect einflößen.Dies würde also nur möglich sein, wenn der Knabe die zu lernenden Wörter sich