Vocabcllcrncn.
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Freunde erhalten. In den „Vorerinnerungen" spricht sich W. dahin aus, daß ein Aus-wendiglernen der Wörter, die beim Uebersctzen verkommen, nicht ausreichend sei, zumalda durch Zufall vielleicht viele sehr nöthige Wörter längere Zeit hindurch gar nicht oderwenigstens nicht in ihrer Grundbedeutung Vorkommen könnten; Primitiven miiße derAnfänger vorzüglich lernen, weil diese in der Regel einfachere und dem Kinde näherliegende Begriffe ausdrückcn und von ihnen aus am leichtesten in der Wvrterkenntnisweitergcgangcn werden könne. Neben den Stammwörtern stehen aber öfters äsrivutamit und ohne Erklärung; Vergleichungen, Vermuthnngen und Fragen zum Zwecke derAnregung sind gegeben. Die in alphabetischer Reihenfolge aufgcführten Stammwörtersind durch Zeichen und Zahlen in fünf Curse gethcilt, die in 2—3 einjährigen Elassengelernt werden können, so daß nach einer auf je 20 Halbjahrswochen berechneten Ver-keilung im ersten Cursus 200, im zweiten 500, im dritten 900, im vierten 1440,immer einschließlich der im vorhergehenden Cursus gelernten, im fünften sämmtliche imBuche anfgeführten 2300 Wörter gelernt sein müßcn. Wiggcrt stellt folgende Grund-sätze auf: 1. Der Anfänger lerne weniges, aber dies genau, und das Nöthigste undVerständlichste voran; die Wörter mäßen nicht nur eingcprägt, sondern auch bei denHebungen im Decliniren und Conjngiren zu kleinen Sätzen verbunden werden; deshalbsind Adjectivc und Substantive zusammenzustcllen, Substantive und Pronomina, letzteresnamentlich bei abweichendem Genus, „baao urbar, urbares, dieser Baum." 2. Rsxstitioost mutar stuäiorum. 3. Das Wortgedächtnis werde geübt, ehe der Schüler zu vielerleiSachen zu behalten hat. Es soll lieber zweimal eine Halbe- oder viermal eine Viertel-stunde als jedesmal eine ganze Stunde auf das Abfragen des gelernten und das Durch-nehmcn des neuen Wochenpensnms verwendet, cs sollen dabei schon gelernte Substantiveunter einander verbunden, Adjectivc zu Substantiven gefügt, die Abweichungen in derBildung des Pcrfccts und Supinnms eingeübt, verwandte Begriffe znsammcugcstellt,Sätze ox tompora vorgesprochen und übersetzt werden. Im Anhänge sind die Haupt-regeln der Wortbildung und die Quantität der Sylben behandelt und eremplificirt.
Das Wiggert'sche Buch ist als das erste tüchtige und methodisch angelegte und durch-dachte Vocabularinm etymologischer Art zu bezeichnen und epochemachend gewesen; übereinzelne Mängel desselben vgl. Protocoll der ersten pommcrschen Directorenconferenz,Stettin 1361, S. 83. Von anderen Erscheinungen auf diesem Gebiete nennen wir nochdas Vocabularinm für den lateinischen Elementarunterricht von L. Död erlein, dasgleichfalls nach etymologischen Grundsätzen mit Beachtung der Fortschritte der Etymologiebearbeitet und alphabetisch nach Primitiven mit zahlreichen Derivaten und Composttengeordnet ist; die auf der erstcu Stufe zu lernenden Primitiven sind besonders hervorge-hoben. Ferner OriKinutiouis lutiuus libsr msmoriulis von Langcnsiepcn 1857, welcherder Ansicht ist, daß erst Quinta das Vocabularium beginne, Unter-Tertia es beende,Ober-Tertia im Ueberblick und Zusammcnfassen des Etymologischen besonders wiederhole,während Sexta noch lieber an grammatisch- als etymologisch-methodischem Wörterlerncngeübt werde. —
Einen sehr wirksamen und nachhaltigen Anstoß gab in Preußen die Eircular-verfügnng von 10. April 1856. Dieselbe ausgehend von der in gutächtlichen Berichtenals allgemein anerkannten Thatsache, daß es auf den Gymnasien den Schülern auch derMittlern und obern Elasten häufig an derjenigen ooxiu voeubulormn im Lateinischenfehlt, deren cs besonders zu einem leichten und sicheren Verständnis der Autoren bedarfund daß deshalb die Neigung zum Gebrauch ungehöriger Hülfsmittel, namentlich zurBenutzung gedruckter Uebersctznngen und zum Ueberschreibcn der Vocabcln, so wie dieAbhängigkeit von dem auch in den obersten Elasten noch neben dem Autor liegendenVocabelbuch nicht selten angetroffen und die eigne Befriedigung der Lernenden beim Lesender Klassiker vermißt werde, bezeichnet cs als eine Pflicht der Schule, von den ihr zuGebote stehenden Mitteln der Gegenwirkung den sorgfältigsten Gebrauch zu machen.Aus dieser wichtigen Verfügung ist noch Folgendes herauszuheben: „Die Schüler der