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10 (1875) Vocabellernen - Zwingli und Nachtrag
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Vocabcllerncn.

verschieden; das Vocabcllerncn war Wohl beiläufig mit den grammatischen Hebungenverbunden, oft aber auch ein gelegentliches, zufälliges, zusammenhangsloses, andererseitswurden aber auch gcwiße Gesichtspnncte festgehalten und Ordnungen oder Gruppenausgestellt und für Behältlichkcit, Repetition und Verwerthung der gelernten WörterSorge getragen.

Der sächsische Schulplan von Melanchthon (1528) verlangt,daß täglich die Kinderdes ersten Haufens einen oder zwcen erponirte Verse zur andern Stunde aufsagen,daß sie dadurch einen Haufen lateinischer Wörter lernen und einen Vorrath schaffen zureden. Damit sie auch viel lateinische Wörter lernen, soll man ihnen täglich amAbende etliche Wörter vorgeben, wie vor Alters die Weise in den Schulen gewest ist;und den Knaben des andern Haufens, wenn sie Abends nach Hause gehen, soll maneine Sentenz aus einem Poeten oder andrem verschreiben, die sie Morgens wieder auf-sagen, als amions osrtus in ro inesrta esrnitnr." Das pfälzische Hofschulbuch 1583verordnet: am Schlüße jeden Tages werden vooabulu rsrnm vorgesagt. Die württcm-bergische Kirchcnordnung von 1559: daß in der untersten Elaste täglich zwei lateinischeWörter sx nomsnolatnra rsrum vorgeschrieben werden, die nachzuschreiben und aus-wendig zu lernen sind. Der Lcctionsplan des Pädagogiums zu Heidelberg von Olc-vianus bestimmt: in der untersten Classe sollen den Knaben täglich jedem eine Voca-bel, dem einem oaxut, dem andern oonlns, zum Memoriren gegeben werden, wobeijeder die seinige lateinisch und deutsch herzusagen, alle aber alle Vocabeln schriftlicheinzutragen haben. Jakob Micyllus (Elasten S. 143 flg.), der den ganzen Lehr-stoff in Worte und Sachen, in die Sprache als Form und ihren Gegenstand als denInhalt theilt und verlangt, daß beides in seiner ganzen Bildungsfähigkeit zur Geltungkomme, empfiehlt daher, schon die von den Kleinsten auswendig zu lernenden Vocabeln ineinem verständigen Zusammenhang zu ordnen, nicht etwa, wie cs oft geschehe, nachdem Reime oder einem zufälligen Umstande, sondern nach einem inneren Bande, z. B.nach den Theilen des menschlichen Körpers, eines Gebäudes, Schiffes. In seinemLehrplan der Frankfurter Schule heißt es (Elasten S. 169): (Zuarta uutsm atgus

ultima (olasss) osrtas vooss xroxositas st msmoriao traäitas rsoitsnt, guibns bino xrinoixiu latini ssrmonis xrasxarsntnr. ns guicl otioss ns bio gniäein üat,libslli, sx guibns Isotionsm ant voouin snunoiationsin clisoent xueri, xistatis ruäi-msnta aligua oontinsant, gnibns nos Imotsnus nsi snmus aut sl gui similss alii.Vooss autsin, äs guibus msminimus, sx rsrum nomsnolatura sumantur, ouius §sns-ris libslli olim blrabaläi äiotionariuin st gnoä rsrum äiosbatur, kusrs, st Iroäisguiäain vul§o oiroumtsruntur sto. Und auch in der Donatisteuclasse, heißt es weiter,non inutils kusrit voeabulorum rsxstitionsin lisri sorum, guas xrioribus äisbussäiäiosrs.

Johannes Sturm, obwohl sein Schulplan überwiegend auf das formale Principgegründet ist, verlangte, daß die Knaben vom 7. Jahre an alle sie umgebenden undin ihre Sinne fallenden Gegenstände lateinisch benennen könnten und nichts auswendiglernen sollten, was sie nicht verstanden hätten. In seiner neunten (vorletzten) Classesollte eine Menge lateinischer Wörter besonders von alltäglichen Gegenständen eingelerntwerden; an jedem Tage erhielt jeder Schüler besondere Wörter zum Auswendig-lernen, nur mußten alle Wörter aller unter einen Begriff fallen, z. B. Freundschaft,Feindschaft, Ursache, Wirkung, jeder Knabe sollte die von dem andern aufgesagten mit-merken, es wurden Verzeichnisse darüber angelegt und diese später vermehrt und erwei-tert. Michael Neander schreibt vor, daß der Knabe beim Eintritt ins 9. Jahr,nachdem er fertig lesen gelernt, das oomxsnäium §rammaticas Ubilixxi erhalten undlernen und zugleich aus dem Mmenolutorö alle Tage zwei Vocabeln lernen und dabeitäglich von Anfang an bis auf diese vosubnlu recitiren soll. Auf den folgendenStufen mußten Sentenzen, Sprüche, Phrasen ( 71 /w^?, aligua. moralis, NioM., Verse,locutionss latinas s diosrons, Ulanto, Isrsntio, äista, voeabula) fleißig ausgezogcn,