Scävola —
seinen Vetter Adhcrbal in Cirtci belagernden In-gnrtha. Er begleitete den Lucius Calpurnins PisoBestia als Legaten im Jugurth. Kriege 111 n. ließsich mit diesem bestechen, ohne daß er deshalb, wiejener, angeklagt wurde, er erhielt sogar im folgendenJahre die Censnr. In diesem Anite ließ er die mul-vische Brücke wieder Herstellen u. die ämilische Straßeüber Pisa u. Luna anlegen. Im I. 90, kurz vorseinem Tode, beschuldigte ihn der Tribun Varius,die Bundesgenossen zum Kriege gereizt zu haben, dieAnklage wurde jedoch zurückgenommen. S. gehörtzu den ersten Römern, welche eine Selbstbiographieschrieben. Fragmente seiner Reden in Meyers Ora-torium rom. traAmsnta, Zur. 1832. Schmitz.
Scävola, Name der Nneü, eines alten u. be-rühmten Geschlechts plebejischen Ursprungs, 1) Caj.Mucius Cordns, den die Sage durch seinenHel-denmnth den Abzug der Rom belagernden Etruskererreichen läßt. Er ging mit Erlanbniß des Senatsin das feindliche Lager, um Porsena zu ermorden,den er aber mit einem reich gekleideten Schreiberverwechselte. Porsena wollte ihn durch Drohungenzu Geständnissen zwingen, er aber streckte die rechteHand in ein Opferfeuer, zum Beweis, daß er wederMarter noch Tod scheue. Der König schenkte ihmLeben u. Freiheit u. zum Dank theilte ihm nun Mn-cins mit, daß sich noch 300 Jünglinge zur Ermord-ung Porsenas verschworen. Dieser, dadurch er-schreckt, schloß mit den Römern Frieden. Mncins er-hielt den Namen Linkhand (Scävola); die Erzählungist wahrscheinlich nur ein Versuch, den Namen zu er-klären. 2) Publ. Muc., nahm unter den Juristenseiner Zeit vermöge seiner ausgezeichneten Kenntnißdes Röm. Rechts n. seiner großen Rednergabe einebedeutende Stellung ein. Im 1.133 v. Ehr. Consul,galt er als Beförderer der Pläne des VolkstribunenTib. Gracchus, nach dessen Ermordung er aber aufSeite der Optimaten trat. Wahrscheinlich nahm erdem Pontifex Maximns, während er selbst diesesAmt bekleidete, das Recht, die Reichsannalen zu füh-ren. Dieselben reichen nur bis auf ihn. 3) QuintnsMuc. S. Augur, verwaltete 121 v. Ehr. Asienu. wurde dann von Albutius wegen Erpressungenangeklagt, vertheidigte sich aber siegreich; er war eincharakterfester Mann, welcher sowol die Gewaltthä-tigkeiten gegen C. Gracchus mißbilligte, als auch dasVerlangen Sullas, den Marius für einen Feind desVaterlandes zu erklären, im Senate znrückwies. Im1.117 bekleidete er das Consulat. Er war ebenfallsein berühmter Jurist. Durch Vermittelung seinesSchwiegervaters Laelius wurde er ins Angnrcolle-gium aufgenommen. Er war Schwiegervater desRedners L. Licinius Crassus. 4) Quintus Muc. ,Sohn des S. 2), war Pontifex Maximns n. ver-waltete dann Asien, wo er als Mann von strengrechtlichem und uneigennützigem Charakter sich derProvinzialen sehr energisch gegen die harten Zoll-pächter annahm; er wurde 95 v. Ehr. Consul n. gabmit seinem College» Crassus dieI>öxI>ioiniaLlnoiaäs oividus rscÜAcmäis, wodurch die sooü, welche sichals civss gerirten, aber ihr Bürgerrecht nicht Nach-weisen konnten, ans Rom verwiesen wurden. AlsAnhänger der Optimatenpartei wurde er aus Ver-anstaltung des jüngeren Marius von Meuchelmör-dern vor dem Vestatempel erstochen. Er war einerder berühmtesten Redner und römischen Juristen.
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Seine Schriften, in denen er zuerst das bürgerlicheRecht aufstellte, und dann nach den verschiedenenFächern in 18 Büchern znsammenfaßte, sind vielfachcommentirt u. in den Pandekten oft erwähnt. 5)Cervidius fin den Rechtsquellen gewöhnlich S.schlechtweg), Jurist unter Marc Anrel, Verfasservon 40 Büchern Digesten u. a. Schriften (sämmt-lich verloren). Schmitz.
Sceaux, Stadt u. Hanptort in dem 4 Cantoneund 40 Gemeinden mit 184,191 Ew. umfassenden,gleichnam. Arr. des franz.Dep. Seine, Station derOrleansbahn, 10km südl. von Paris; altes Schloßmit Park, Vergnügungsort der Pariser, Fabriken inFayence, Wagen, Lichten, Seife rc., Garten- u. Obst-bau, viele schöne Villen; 1876: 2460 Ew. Hier beider Cerniruug von Paris 19. Sept. 1870 Ausfalls-gefccht. H- Berns.
Scclerat (v. Lat.), Verbrecher, Bösewicht.
8oolus (lat.), Verbrechen.
boemanilo (ital.), so v. w. abnehmend; so v. w.vlminnsnäo, s. Diminuiren.
Scene (v. gricch. Zelt, lat. sosim odersoasim), der erhabene Platz (Bühne) im Schauspiel-Hanse, auf dem die Schauspieler agiren, s. n. Theater;dann der Ort u. das Land, wo die Handlung einesSchauspiels voraeht; so v. w. Auftritt; Handlung,Begebenheit, Vorgang.
Scenerie,Bühncnwerk,Bnhnengeritst; dasdurchdie Decorationen dargestellte Bild des Ortes derHandlung; dann Gemälde, Landschaft, Gegend.
Scenisch, die Schaubühne betreffend, bühnen-mäßig. Scenische Spiele (Losnrvr luäi), imalten Rom Spiele, welche auf einem erhabenenSchauplatz (8esua) gegeben wurden; sie bestandeniu mimischen Bewegungen nach der Flöte u. wurdenzuerst in Rom 364 v. Chr. infolge einer Pest durchdazu aus Etrurien gerufene Spieler (Mstrlonos)aufgefllhrt, als Mittel, den Zorn der Götter zu be-sänftigen. Nachher wurde ihnen ein den griechischenSatyrspielen ähnliches komisches Spiel beigegeben;sie waren die Anfänge des Drama.
Scepter (v. griech. m-i)?rr(,o--), ein Stab; bes.ein längerer, mannshoher Stab, welcher als Zeicheneiner Würde und Gewalt von Fürsten bei den He-bräern (Schebet) und Griechen getragen wurde;diese fürstlichen D. waren gewöhnlich vergoldet, od.auch mit goldenen Stiften beschlagen. Bei ihremS. pflegten die Könige zu schwören; das Neigen deSS-s deutete die königliche Huld an, durch das Be-rühren der Spitze zeigte man seine Unterwürfigkeitan. Außerdem war es eine Auszeichnung für Män-ner, welche im Namen des Fürsten handelten, wieGesandte, Richter ».Herolde. Bei den Römern führ-ten nur die triumphirenden Imperatoren das S.Im Mittelalter wurde das S. das Symbol der Sou-veränetät. Die Form der S. war verschieden; dasfranzösische war ein mehr als mannshoher, vergol-deter Stab mit einer Hand an der Spitze, als Sym-bol der Rechtspflege; das deutsche s. war kürzer u.verzierter. Auch den Rectoren der deutschen Uni-versitäten werden durch die Pedelle bei Processionenu. a. Universitätsfeierlichkeiten S. vorgetragcn.
Seepterlehn, zur Zeit des Deutschen Kaiser-reiches das mittels eines ScepterS den geistlichenFürsten vom Kaiser übertragene Lehn.Scesaplana, Berg, s. Rätikon.