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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sccy-sur-Saone Schächer.

Teey-sur-Saöne, Marktflecken im Arrond. Ve-soul deS franz. Dep. Ober-Saöne, an der Saöne;Schloß, Eisenwerke, Gerberei, Färberei, Ölfabrika-tion, Salzquelle; 1728 Ew.

Schaaffliause», Hermann, Mediciner n. An-thropologe, geb. 13. Juli 1816 zn Koblenz, studirtein Bonn u. Berlin, machte 1840 sein Staatsexamenu. begab sich, nachdem er einjährig als Arzt gedient,auf Reisen, 1844 habilitirte er sich in Bonn alsPrivatdocent, erhielt 1855 eine anßerordeutl. Pro-fessur u. wurde 1868 zum Geh. Medicinalrath er-nannt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten finden sichin den Verhandlungen des natnrhistor. Vereins inBonn u. den Sitzungsberichten der niederrhein. Ge-sellschaft seit 1855, in Müllers Archiv 1858, im Archivfür Anthropologie, dessen Mitherausgeber er ist, seit

1866, in der Bonner Festschrift von 1868, indenamtl.Berichten der deutschen Natnrforscherversammlungenin Güttingen 1854, Bonn 1857, Karlsruhe 1858,Frankfurt a. M. 1867, Leipzig 1872, in den Jahr-büchern des Vereins von AlterthumSfreunden amRhein 1868 n. 1873, in den Berichten über die Ver-sammlungen der deutschen anthropologischen Gesell-schaft seit 1870, in den Oomxtes rsnäns der inter-nationalen anthropologischen Congresse in Paris

1867, in Kopenhagen 1869, in Brüssel 1872, inStockholm 1874 und in Pest 1876. Schroot.

Schaarwerk, im Mittelalter die ökonomischenDienste, welche Unterthanen des platten Landes ihrenLehnsherren leisten mußten; im Gegensatz zu Fronen.

Schaban, der achte Monat im mohammedani-schen Kalender, von Mitte Mai bis Mitte Juni deschristlichen Jahres.

Schabatz, Bezirkshauptort in Serbien, an derSave, Sitz eines Bischofs; mit bedeutendem Wein-bau u. lebhaftem Handel; 1874: 8028 Ew.

Schabbcst, so v. w. Sabbath, S.-Goi, einChrist, welcher für Inden am Sabbath die denselbenan diesem Tage verbotenen Handlungen verrichtet.S.-Schmus, unnützes, ungegründetes Gerede.

Schaben (Kakerlaken, Llaiiiun Zur»».), Fam.der Jnsectenordnung Geradflügler, Abtheilnng Lauf-schrecken. Körper flach eiförmig; Kopf verborgen un-ter der schildförmigen Borderbrnst; Fühler lang,borstensörmig, mit zahlreichen Gliedern; Flügeldeckenvon Körperlänge od. kürzer, an der Naht überein-andertretend; Beine mittellang, kräftig, Schienenniit Stacheln; 5Tarsalglieder; Hinterleib des Weib-chens mit 6, des Männchens mit 8 Bauchringeln.S. finden sich überall ans der Erde. Die großenFormen treten in den Tropen auf, deren Artenzahldie überwiegende ist. Es sind lichtscheue Thiere,welche selten fliegen, schnell laufen u. sich von Pflan-zen- u. Thierstoffen allerlei Art ernähren. Von derGatt. HstoroAumia, sind nur die Männchen geflü-gelt. R. ^.eMpiiava L., schwarz mit weißem Vor-rand der Borderbrnst n. weißer Linie auf den Flü-geldecken; lebt an den Küsten des Mittelmeeres. BeideGeschlechter sind beflügelt, jedoch das Weibchen kür-zer, in den Gatt. Liaiia L. u. Psriplnuotn Lnrm.Dahin: §1. Imxxcmiea L., lappländische S., 8 mmlang; schwarzbrann; Rand der Borderbrnst n. Flü-geldecken blaßgelb, letztere mit zerstreuten schwarzenPünktchen; auf Sträuchern, in Europa gemein. 11.Zsrmauioa 4-Ub., deutsche S., 12 mm; ähnlich derVorigen, nur die Vorderbrust trägt aus gelblichem

Grunde 2 schwarzbraune Längsbinden. Europa, be-wohnt die Häuser, jetzt über die ganze Erde verbrei-tet. 1?. vilsutalis T., Küchen-S., Kakerlak, 22 mmlang; glänzend schwarzbraun; Flügel der Weibchenoft sehr klein, beim Männchen kürzer als der Hinter-leib; Fühler weit über körperlang. Von Vorderasienwol nach Europa verpflanzt, überall in Europavertreten, auch in NAmerika; ?. umorieana ^«b.,amerikanische S.; braun, vor dem Hinterrande derVorderbrust eine dunkle Querbinde. Von Mittel-und SAmerika nach Europa eingeschleppt. Fin-det sich häufig in Treibhäusern. Als Mittel gegendie S., bes. gegendielästigenKüsten-S. werden Phos-phorpräparate angewandt. Dann werden sie leichtin Töpfe, in denen Syrup od. Gemüse sich befindet,gelockt, u. können so durch Aufziehen von kochendemWasser getödtet werden. Letzteres, od. auch Petroleumin die Löcher zn gießen, ist zu empfehlen. Farwick.

Schabkunst, die geschabte Manier beim Kupfer-stechen.

Schablone, profilartiges, plattes Modell ausBlech, Holz, Pappe rc., wonach etwas gezeichnet wirdod. gebildet werden soll. Zuweilen ist auch das Profil,die Figur durch Löcher in einer Platte hcrgestellt.Wahrscheinlich kannten sie die Römer schon, indemsie S-n zur Blechschreibeknnst auf Papier legten u.über die Einschnitte flüssige Farbe strichen; Jnstinianbesaß ein Goldblech, worein sein Namenszug einge-schnitten war, womit er auf die angegebene Weiseseinen Namen Unterzeichnete; spätere Fürsten hattenähnliche Vorrichtungen. Kurz vor u. zur Zeit derErfindung der Buchdruckerkunst verfertigte manganze Bücher so. Noch später wurden Choralbücherdurch Blechschreibeknnst angesertigt, n. noch jetzt be-dient man sich der Blech-S-n znm Zeichnen vonWaarcnballen, Kisten, zum Zeichnen von Wäsche rc.Auch znm Malen u. Eoloriren, z. B. von buntemPapier, Spielkarten, Blumen, Bildern u. dgl. wen-det man S-n an (S-nmalerei), indem man deneinzelnen Farbentönen, Schattirungen rc. besondereS-u gibt u. sie nach einander anssetzt.

Schabrake, überdecke für den Sattel, znmSchutze desselben, sowie des Gepäcks gegen Regen,meist von Tuch od. Pelzwerk, theilweise reich verziertu. oft nur Paradestllck. Kleine Decken, die unter denSattel gelegt werden, heißen zuweilen auch Jn-terims-S-n (s. Sattel).

Schabrowskoi, Dorf im rnss. Gonv. Perm, anden Ostabhängen des Ural, bekanntdurch seine reichenGoldbergwerke.

Schabziegcr, vorzüglicher Kräuterkäse aus demKanton Glarus (daher auch Glarnerzieger), s. u. Käft.

Schach, so v. w. Schah; Schachspiel.

Schachen, Nebenfluß der Renß im schweizer.Kanton Uri, entspringt am Klansen-Paß, durchfließtdas malerische S-thal, welches etwa 2830 Viehzuchtu. Alpenwirthschast treibende Bewohner zählt, bildetmehrere Wasserfälle u. mündet dei Bürglen. Nachder Sage fand Wilhelm Tell im S. bei Rettung einesKindes seinen Tod. Durch das S-thal ging imSept. 1799 der Rückzug der Russen nnterSnworow.

Schächer, eigentlich Räuber, Mörder; bes. nachLuthers Bibelübersetzung die zwei mit Jesus gekreu-zigten Übelthäter. Die Kreuze derselben (S-kreuze),welche die Form eines ^ hatten, soll die Sta. Helenanebst dem Kreuze Jesu in Jerusalem gefunden haben.