-r. Kapitel. Von den Dehnungszeichen. r6r
gedehnt lauten, ahnden, Mährte, PX'rth,Losrfe, vielleicht besser Lorhse, u, s. f. kann dieDehnung die vornehmste Absicht gewesen seyn, weilbey den doppelten E»d-Consonanten der vorher ge-hende Vocal der Regel nach geschärft werden sollte,aber in den übrigen war sie es gewiß nicht; sonstwürde man diese Zeichen nicht in so vielen anderngedehnten Wörtern weggclassen haben. Fast allenSprachlehrern und Orthographen ist diese Erschei-nung uncrklärbar gewesen, und ich selbst habe siemir lange nicht erklären können. Aber nimmtman den obigen Bewegungsarund an, so wirdalles deutlich, und man wird finden, daß diejeni-gen Wörter, welche in dieser Rücksicht leer ausge-gangen sind, schon an und für sich Körper genughaben, und daher dieses Vcrlängerungsmittelsnicht bedurften: Bart, Gram, Gran, Iwam,L>ual, spar.cn , Herd, Pferd, Schwert;oder wegen ihrer kleinlichen Bedeutung dasselbenicht haben sollten, wie die oben gedachten Par-tikeln und Ableitungssplben. Im Ganzen wirddas so ziemlich zutreffen; sollten sich aber Fälle fin-den, wo dieses Verhältnis; nicht so strenge beob-achtet worden, wenn z. B. Sylben von vier Buch-staben bald mir Dehnungszeichen versehen werden,bald aber nicht, Staat, Arahn, Pfahl,Prahm . aber Bart, Gran, Rloß, Mond,Arume: so vergesse man nicht, theils daß allesdieses nach dem dunkeln Gefühle der Absicht undMittel geschehen mußte, dieses aber in der An-wendung oft irren kann; theils daß man in allensolchen Fällen in der Sprache immer nur nach und