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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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2. Kapitel. Von den Dehnungszeichen. 24z

der Dehnung, und aus dem Ouintilian erhellet,daß auch die altern Römer dasselbe bis auf denAccius und noch spater anzuwcuden pfleat.n.Allein es ist nebst dem re vielleicht das unkchichijKsseunter allen, weil es leichr zu einer falschen <wey-sulbigen Aussprache vcrle-ren kan», Aal wieBa-al.Indessen ist es im Hochdeutsch n älter als dae- h,obgleich Tilemann Dlearius, deff n DeutscheSprachleh! e zu Halle, i6zo, erschien, so viel ichweiß, der erste Sprachlehrer ist, der ds ser Ver-doppelung auf eine bestimmte Arr gedenkt, ihr aberdoch auch das l) vorziehet. Die eben gedachteUnbequemlichkeit machte vermuthlich auch, daßman sie bald wieder verließ, daher der Vocal jetztnur noch in denjenigen wenigen Wörtern verdop-pelt wird, weiche dieses Zeichen einmahl herge-bracht haben. Und auch hier geschiehct es nichtmit allen Docalen; das ll verdoppelte man selbstin den vorigen Jahrhunderten am seltensten, ver-muthlich, weil zwey U neben einander einen Uebel-ftand für das Auge machten, und in den neuernZeiten schloß man es völlig davon aus. Das r wirdgleichfalls nicht verdoppelt, weil dafür ie ui d pgebraucht werden, und auch das ä, ö und Ü sinddavon ausgeschlossen, vermuthlich, weil man sieehedem als Diphthongen betrachtete. Dieses hataber den Nachthcil, daß, wenn ein Wurzelwoctmit verdoppelten Docalen den Umlaut bekommt,der daraus entstehende Vocal nur einfach gesetztwird: das Aas, die Wr der Aal. dasHaar, das Älchen, Härchen, sich hären.

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