«iq m. Abschnitt. Von dm Sylben.
schärft ist. In dem Satze: ich will es ihm ge»den, sind die drei) ersten Sylbcn geschärft, diezwcy folgenden sind gedehnt, und die letzte ist wie-der geschärft, aber nur Eine darunter hat den Ton,nehmlich ge in geben. In der Sprachlehre wirdgezeigt, daß es einen Dederon und liVorrton,lind einen Haupt- und HIebemon gibt; aberda wir hier mir dem Tone weiter nichts zu thunhaben, so halte ich mich nicht dabey auf. Vonbeyden, nehmlich dem Accente und dem Tone,ist die iDuanrirät oder die prosodische Länge undKürze der Sylbea verschieden, welche bloß vondem Tone abhängt, mit dem Accente aber nichtszu thun hat. Alles was den Haupt- oder gan-zen Ton hat, es sey geschärft oder gedehnt, istin der Poesie lang, was den halben oder Ne«henton hat, ist gleichzeitig, d. i. cs kann langoder kurz gebraucht werden; was aber tonlos oderUnbetont ist, ist kurz, cs sey übrigens gedehntoder geschärft. In dem Verse:
Rebre wieder holder Friede!ist die erste Sylbe jedes Wortes betont, folglich istsie auch poetinch lang, obgleich nur die zwey erstenund die letzte dem Accente nach gedehnt, die dritteaber geschärft ist. Die letzten Sylden sind ge-schärft, weil sie aber unbetont sind, so können siein der Poesie nicht anders als kurz gebraucht wer-den. Hingegen in der Stelle: da kam aus demGesträuche, ist da gedehnt und aus auch, unddieses noch dazu mit einem Doppellaute versehen,und doch sind sie prosodisch kurz, weil sie nur ei-nen halben Ton haben. Die Verwechselung