»98 II. Abschnitt. Von den einzelnen Buchstaben.
dagegen die Niedcrsachscn und Engländer ihn auchvor einem r haben, Wrack, wringen, rin--gen, wriben, reiben. Daß er in weichlichen Mund-arten gern anstatt des b gesprochen wird, ist schonoben bemerket worden. Ehedem muß cs im Ober-deutschen einen Laut gehabt haben, welcher aus Uund v zusammen gesetzt war; denn Ottfried sagtvon der Deutschen Spruche seiner Zeit: »am in-rcrcium rria ut pum, guaerit in sono,
priarex ckuo conlonaneex, ur milii vicierur, rer^rium vocnli lono mm,eure. Daher schrieb mannoch zu Anfänge der Reformation, Frawe,schawcit, welche vermuthlich Lrauwe, schau-wen lauteten. Von dieser alten Schreibart hatsich noch das Ew. für Euer vor den abstraktenEhrenworten, in den Titulaturen erhalten. Dadieser Vuchsrab für die harten Sprachwerkzeuge deralten Alemannen viel zu weich war, so verstärktensie ihn zu Anfänge der Wörter gern mit einem I,:krver, Imvelcstar, Imvü, Welle; woraus die Eng-länder ihr,vH gemacht haben.
Gebrauch des x.
§. zz. Das x ist so wohl dem Zeichen, alsdem Laute nach ein zusammen gesetzter Vuchsrab,der anstatt des ks gebraucht wird. In der Römi,schcn Schrift bestand er eigentlich aus zwey c, wel-che in der Capital-Schrift mit dem Rücken an ein-ander stießen, woraus auch das x entstanden ist;in der kleinern Schrift aber über einander gesctzet
wurden, r, von welcher Figur das x der eckigen