--Kapitel. Von den Consonanten. 1-7
dadurch ihre Aussprache nach dem Vorgänge derFranken zu mildern.
Heutiger Gebrauch desselben.
§. Da unsere heutige Hochdeutsche Aus-sprache die harten Alemannischen Laute durch dasNiedcrsächsische gar sehr gemildert hat, so ist derUnterschied in der Aussprache der harten Consonan»ten, wenn sic nach geschärften oder gedehnten Vo-kalen stehen, nicht mehr so merklich, und in so fernhätte man das tl) können cingehen lassen, zumahlda man diesen Unterschied bcy keinem andern har»ten Consonanten bezeichnet. Allein als sich unsereheutige Orthographie im i 6 ren Jahrhunderte zubilden ansing, und man sich dabep dunkel bewußtwar, daß ein allgemeiner Gebrauch nicht verletzetwerden dürfe, wenn der Nutzen den Nachtheil deSUngewohnten nickt übcrwicgt, so behielt man dastl) bey, aber nickt als ein Zeichen eines Mittcllau«tes zwischen dem d und r, sondern als ein wahresDehnungszeichen in den Fällen, in welchen mancs einmal)! allgemein üblich fand; welches denndesto leichter geschehen konnte, da das th ohnehinnur vor und nach gedehnten Vocalen angenommenwar. Von diesem tl) als Dehnungszeichen werdeich in dem folgenden Abschnitte umständlicher han-deln, daher ich es hier verlasse.
Von dem rr>.
§. zch. Das w ist der gelindeste Blasclant, derdaher im Hochdeutschen nur vor einem Vocale ste-hen kann, wehen, wind, ewig, Löwe;