,,6 II. Abschnitt. Bonden einzelnen Buchstaben.
ches schreiben lernte und Schriftsteller hatte, wa-ren ursprünglich Riedersachsen, und in so fern mehran dasd als an das c gewöhnt. Sie wu-dcn nachund nach mit den Alemannen vermischt, welche alleConsonanten mit einer vorzüglichen Harle auS-sprachen; da nun zwey so entfernte Mundarten nurnach undnachund in unmerklichen Graden in einan-der übergehen, so konnten sie sich auch nur stufenweisean das Alemannische k gewöhnen, und da war cssehr natürlich, daß sie zwischen dem schlüpfrig wei-chen Niedersächsischcn d, welches oft gar nicht ge-hört wird, (Vacr für Daher,) und dem härtestenOberdeutschen r einen Mittcllaut annahnien, wel-chen sie durch rst bezeichneten, weil er dem Römi-schen rli und Griechischen G am nächsten kam. Eskommt noch dazu, daß alle harte Consonanten,folglich auch das t, nach gedehnten Docalen gelin-der lauten, als »ach geschärften, weil die Dehnungden folgenden Druck mildert, dagegen die Schär-fung ihn verstärkt, und wenn man die Fälle, wor-in die ältesten Deutschen Schriftsteller das cst ge-brauchen, untersucht, so stehet cs immer vor odernach gedehnten Vocalen, und gemeiniglich in sol-chen Wörtern, welche im Niedersächsischen ein dhaben. Daß man das nicht in allen Fällen lhat,es auch nicht auf andere harte Consonanten erstreckte,konnte daher rühren, weil man da den Unterschiednicht so stark empfand. Die folgenden Oberdeut-schen Schriftsteller hatten zwar nicht eben dieselbenBewegungsgründe; aber sie behielten doch das cstbey, wo sie es fanden, vermuthlich als einen Wink,das c in solchen Fällen gelinder hören zu lassen, und