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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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166
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»66 II. Abschnitt. Von den einzelnen Buchstabe».

heb auch in der Aussprache von den ähnlichen ge-lindem unterschieden werden. Es ist ein gewöhn-licher von den Niedersachsen hrrüammcnder Fehler,daß das f »rd v zwischen zwey Vocalcn und nachdem l so gelinde als w und b ausgesprochen wer-den, Briefe. Haf.-n. Hafer, prüfen, Schwe-fel, Frevel, dVö'fe, zwölfe, wie Vriewe,Hawen, Haber, prüwcn. Sehwewcl, Fre-wel, lVöiwe, zwölbe; welchen gelinden Lautim Nied^rsächsischen auch das v in mehr Fällenhat, Düvel, kivcn, keifen, wie Düwcl, kl-wen. Diese tmge Aussprache har denn oft Einflußauf die Schrift, daher die Niedersächsischen Hoch-deutschen so gerne Haber schreiben, welche Schreib-art wohl von manchen Sprachlehrern als die rich-tige.empfohlen wird, ob sie gleich so sehr wider dieAbstammung als gute Aussprache ist.

Fund v sind in der Aussprache nicht verschie-den, und wurden daher auch sehr häufig ohne Unsterschied gebraucht. Die neuere Hochdeutsche Or-thographie hat beyde behalten, aber ihre Anwen-dung auf gewisse Wörter eingeschränkt, die daherauch nicht anders als durch den Gebrauch erlernetwerden können. Sie hat dabcy nicht allemahl aufdie Abstammung gesehen, besonders wenn sie einwe-ig dunkel war. Vor, der vordere, vorn,für und fördern, voll und füllen, folgen undVolk sind Wörter Eines Geschlechts, und werdendoch verschieden geschrieben. Nach und nach hatman manche Wörter zu dem f geschlagen, welcheehedem mit v geschrieben wurden. Fest, (das