Druckschrift 
Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

i 6 § H. Abschnitt. Bonden einzelnen Buchstaben.

1. Es behalt seinen weichen eigenthümlichenLaut: i) Zu Anfänge eines Wortes oder einerSylbe, da, du, daß, Dach, decken, Gelübde.2) Vor den Biegungs-und Ableitungslauten, wennsie sich mit einem Docale anfangcn, Rede, dieRäder, freudig, gnädig. Auch vor der M-leikungssylbe ling, Blendling, Fremdling,Gründling, Findling, blindlings, Wild-ling, (welches doch oft wtlrling gesprochenwird.) Jnglcichen so oft ein e verschwiegen wird,Tadler, eigentlich Tadcler, lTladler, redlich,Redner, Adler, z) Wenn cs in einem undeben demselben Worte verdoppelt wird, von wel-chen man doch >m Hochdeutschen nur das einzigeGattungswort Widder hat. Desto häufiger ver-doppeln cs die Niedersachsen, und scharfen als-dann den vorhergehenden gedehnten Vocal, Bod-dens Fedder, für Boden, Feder.

2. Hingegen lautet es hart, wie ein kti) Am Ende der Wörter, wenn es in der Bie-gung wieder weich wird, Tod, Abend, Ge-gend, liebend. Soll es auch am Ende weichlauten, so erfordert die Hochdeutsche Aussprachedas mildernde e, Gnade, Bürde, Erde,Eünde. 2) In den mit solchen Wörtern ge-machten Zusammensetzungen, wenn kein e ausgc-worfen ist, wenn gleich ein Vocai folget, Gchuld-opfcr, Handarbeit, Mundart, g) Vor denAblcitungssylben, welche sich mit einem Consonan-ten anfangen, wenn kein e ausgesroßen ist, bild-lich, niedlich, schädlich, Bündniß, Mäd,chen, schadhaft.