154 n. Abschnitt. Aon den einzelnen Buchstabe».
Fortsetzung.
§. 4. Wenn nun ai'er auch die Aussprache denUnterschied mit aller Genauigkeit beobachtet, sogibt es doch Fälle, wo sie nicht hinreicht, und dassind denn die oben gedachten, wenn ein b, d, odersdie Sylbe schließt, oder vor andern Consonanten,als einem der flüssiacn, sichet, da sie denn nicht an-ders als hart lauten können: Grab, wie Grap,Hab wie Rar, raubj'!, wicraupft, böslichwie böslich, das wie dass. Hier ist nun keinanderer Rath, als in Ansehung der unbicgsamcnWurzelwörter und aller, welche als solche geltenmüssen, diejenigen Falle aus dem Gebrauche ken-nen zu lernen, wo der Hochdeutsche einen weichenoder harren Duchftab gebraucht: ab, ob, be-, cnr-,bar, bcy, dichten, plärren, playen, Pudel,plldeln. Tag, u- s. f> In Ansehung der gebo-genen und abgeleiteten dient die nächste Abstam-mung. Wenn man nicht weiß, ob man Lob undlieblich mit harten oder weichen Buchstaben schrei-ben soll, so entscheiden die Biegung und Ableitung,des Lobes, loben, Liebe, lieben, für denletzten. Die Niederdeutschen sprechen aus ihrercigcnrhümlichen Neigung zur Weichlichkeit das b,wenn es zwischen zwoy Vocalen stehet, und nachdem l und r, gerne wie w aus, Liebe, Elbe,sieben, Erbe, wie Liewe, Elwe, srcwcn,Errve, welchen Fehler sie auch auf die Obersach,sen fortgepflanzct haben. Fast alle Provinzen ver,wechseln das ch, g, j und k, und ich wüßte fastkeine, welche den Unterschied so genau beobachtete,als das südliche Obersachsen. Schlesien und fast