».Kapitel. Won den Consonanteri.' i;r
immer mehr für die Niederdeutsche Aussprache er-kläret. Bey dieser Vermischung der Mundartenwäre es nun eben kein Wunder, wenn der an sichfeine Unterschied zwischen den weichen und hartenConsonanten wäre verdunkelt worden; und gewisserMaßen ist er es auch, obgleich nicht ohne Unter-schied. Unter dem gemeinsten Volke auf dem fla-chen Lande sticht die Niederdeutsche, in den meistenGegenden des Erzgebirges die Oberdeutsche Mundartvor. Die Mittlern und untern Classen in den Städ-ten vermischen beyde, und können die weichen Con-sonanten von den harten selten gehörig unterschei-den. In den obern ist diese Verwechselung nicht soallgemein, und es ist daher übertrieben, wenn manden südlichen Obersachsen Schuld gibt, daß sie die,sen Unterschied gar nicht kenncten. In dem münd-lichen Ausdrucke wird er freylich nicht allemahl mitder gehörigen Genauigkeit befolget; aber ich möchtedoch die Provinz sehen, in welcher das besser beob-achtet würde. Daß die Obersachscn diesen Unter-schied kennen, beweisen sie durch die Schrift, wosie beyde Arten von Buchstaben gewiß weniger ver-wechseln, als anders Provinzen, und dieses könntenicht geschehen, wenn nicht ein dunkeles Gefühl siean diesen Unterschied wenigstens in der Schrift erin-nerte. Wer diesen Fehler den südlichen Obersach-sen eigenthümlich und in dem Grade beylegcn kann,daß sie darin alle andere Provinzen überrrcffcn sollen,muß weder sie, noch die mündliche Aussprache an-derer Provinzen kennen.