7. Kap. Orthogr. fremder Nahmen und Wörter. 117Fortsetzung.
§. 7. D>> Sprache haßt nichts so sehr, alsWirkungen ohne Ursachen, oder mit andern Wor-ten, nichts so sehr, als willkürliche Veränderungenund Vorschriften, weil sie ihre Bestimmung immermehr hindern, als befördern. Die Bezeichnungdes wahren Baues des Wortes oder der Abstam-mung ist daher nur in so fern nothwendig, als sie dermöglichst leichten Verständlichkeit zu Hülfe kommt.Aber nun urtheilc man selbst, was diese bey mor-genländischen Wörtern gewinnen kann. Der Wort-verstand gewinnet eben so wenig, man mag lVejstroder pczier schreiben und sprechen, denn beydegelten als eigene Nahmen, wobey man sich dieSache anschauend denkt. Die Verständlichkeit wirdvielmehr durch die neuen Formen gestöret, weilunter hundert Lesern leicht neun und neunzig lUs-rad und Amurach, Nloschce und Mesehedu. s. f. für sehr verschiedene Wörter halten, we-nigstens die neuen Formen sehr unverständlich fin-den werden. Die Eingeweiheten der morgenlän-dischen Gelehrsamkeit verhalten sich gegen den übri-gen Thcil der Schreibenden und Lesenden vielleichtwie eins gegen -00000; mach ihrer Bequemlich-keit kann sich also der Sprachgebrauch nicht beque-men, sondern es ist billig, daß sie, als bey weitemder schwächste Theil, sich dem stärkern fügen. Diewahre Form des Wortes kann hier zur Verständ-lichkeit nichts beytragen, wohl aber selbige hin-dern, weil diese Wörter einmahl als Bürger an-gesehen werden, so gut als Ranzel, Priester,Pflaster, Lieder u. a. m. welche umzumodeln