6 . Kapitel. Irrige Schreibegefttze. 105
z. Die" Schwierigkeit, welche diese gleich lau-tenden Wörter machen, wird dabey ein wenigübcrrriedcn, weil die Verbindung und der Zusam-menhang in den allermeisten Fällen hinlänglich ist,die Dunkelheit zu verhindern. Man setze die obi-gen Verspiele, die Schale zerbrechen, und derBlitz hat in den Hafen geschlagen, in ihrengehörigen Zusammenhang, so wird es gewiß sogleich deutlich werden, was für eine Schale, undwas für ein Hafen gemeiner ist. Ließe sich nunauch die Gleichheit für das Auge heben, so würdedoch der Gleichklang für das Ohr bleiben; unddoch findet man nicht, daß dergleichen gleich lau-tende Wörter in der mündlichen Rede so vieleDunkelheit verursachen, sonst würde die Spmche,aus dem dunkeln Bewußtseyn des Bedürfnisses, derSache sehr leicht haben abhelfen können. Es kommtnoch dazu, daß wir, so wie jede andere Sprache!,sehr viele Wörter von sehr verschiedenen Bedeu-tungen haben, welche, dem Gesetze der nächsten Ab->slommung nach, sowohl dem Auge, als dem Ohre;gleichförmig bleiben müssen, und doch die so oft'übertriebene Dunkelheit nicht machen. Die Spra-che hat daher dieses Schreibegesetz auch sehr baldwieder verlassen, daher es bloßer Grillcnfang seynwürde, wenn man noch darauf bestehen wollte *).
*) Au Rom gab es auch cönmahl solche Wortkünftler,
welche cum, c>um, und quum, cjuvriltic und curiüic,
quicqui^ und quiliqui- u. s. f. unterscheiden wollten.
Verum tmcc jam inccr iptsr inegri,r cvAiuierunr, sagt
L.mnkilian, B. I. Kap. 7.