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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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6. Kapitel. Irrige Schreibegesetze. i <-1

hängt, ob er die wahren oder falschen Aehnlich-keiten trifft. Er kann, im Herumsinncn auf eingleich lautendes Wort, eben so gut auf pulc unddas Oberdeutsche Dult fallen, und dem zu Folge,seiner Analogie nach sehr richtig, (Feduit schrei-ben. In diesem und andern ähnlichen Fällen istdie Verlängerung des Wortes in Verbindung mitder nächsten Abstammung, sich gedulden, ge-duldig, ein weit sicherer Vestimmungsgrund.

II. Von der Unterscheidung gleich lautender Wörterdurch die Schrift.

§. z. Weit mehr hat dasjenige Schreibegesetzfür sich, welches will, daß gleich lautende Wör-ter von verschiedener Bedeutung und von verschie-dener Abstammung auch durch die Schrift unter-schieden werden sollen; weil wir wirklich sehr vielesolche Wörter von ganz verschiedener Bedeutunghaben, deren gleichförmige Schreibart Dunkel-heit und Zwcydcutigkeit machen, folglich derAbsicht der Sprache und Schrift entgegen arbeitenkann. Die Schale zerbrechen, der Blitzhat in den Hafen geschlagen, lassen unent-schieden , ob Schale hier puramen oder lsnx, obHafen porrus oder olla ist. Hier würde die mög-lichste und allgemeine Verständlichkeit gar sehr be-fördert werden, wennjman so verschiedene Wörternach auf verschiedene Art bezeichnen könnte. Esscheinet auch, daß die Deutsche Nation so etwas seitlanger Zeit gefühlet, und daher verschiedene gleichlautende Wörter wirklich durch die Schrift unter-schieden hat, Sradt und Start, wider und