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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
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5. Kapitel. Befolgung des allgemeinen Gebrauches.

chen der Dehnung hat. Hier kann aber die Re-gel der nächsten Abstammung eine Schwierigkeitmachen, nach welcher der Wurzellaut in der Bie-gung sich, ws nicht gleich, doch ähnlich bleiben muß,obgleich selbige hier bey so ganz geänderten -Lo-calen und Umständen wieder wegzufallcn scheinet.Gesetzt nun die eine Hälfte der Schreibenden schriebein der Ungewißheit, welche Analogie die herrschen-deist, verlohren, und die andere verloren, s»wäre hier der Gebrauch schwankend, und jedeSchreibart gleich gut; ob ich gleich zu unfern Zei-ten der letztern den Vorzug geben würde, weil dieDehnungszeichen jetzt nicht ohne Noth gehäufetwerden dürfen. Beredsam, Beredsamkeit,und bcredcsam, Beredrsamkeit sind in derAussprache sehr unmerkiich unterschieden, und nachder Abstammung gleich gut, weil sic so wohl von- beredt, als unmittelbar von bereden abstam-men können.

Freyheit von dem Schreibegebrauche abzuweichen«

§. 8. Hieraus ergeben sich nun auch die Fälle,in welchen es erlaubt ist, von dem herrschendenGebrauche seiner Zeit abzugchen.

i. Ist der Gebrauch bloß schwankend, und eSläßt sich kein hinlänglicher Grund ausfindig machen,welcher der einen Schreibart vor der andern denAus-schlag geben könnte, so schreibe man wie man will.Indessen werden Fälle dieser Art selten seyn, undbey ein wenig Aufmerksamkeit und Sprachkennt«niß wird sich immer ein hinlänglicher Bestimmnngs.grund ausfindig machen lassen. Gesetzt beredt,