4. Kapitel. Befolgung der nächsten Abstammung. 77
Schwankender Gebrauch des ä und tiefen e.
§. 9. Manche Schwierigkeiten macht noch dastiefe mit dem ä gleich lautende e. Die ältereDeutsche Orthographie machte von dem ersten nureinen sehr sparsamen Gebrauch, und ersetzte eöimmer durch das letzte: endcrn, ergern, eyen,sterker, semMtlich; selbst im Plural, Stand,Stcnde. In den neuern Zeiten, als man sich derRegel ein wenig klarer bewußt ward, daß das ckin der Biegung und Ableitung ordentlich nur in einä übergehen kann, fing man nach und nach an,dieses allemahl in igedogencn Wörtern statt deSalten e zu gebrauchen. In abgeleiteten geschähees zwar auch, aber nicht so allgemein; vermuth-lich, weil man sich des StammwocteS nicht überallmit gleicher Klarheit bewußt war, daher ist nocheine beträchtliche Anzahl solcher Wörter übrig, wonoch das e, wenigstens von den meisten gebrauchtwird, obgleich die Ableitung ein ä fordert. Umhier nicht in der Abweichung von dem allgemeinenGebrauche zu weit zu gehen, und doch auch derAbstammung nichts zu vergeben, kann man, glaubeich, folgende Regel beobachten: Wenn die Ablei-tung so nahe und klar ist,, daß sie die gewöhnli-chen Fähigkeiten der meisten Schreibenden nichtübersteigt, so schreibe man ein ä; ist sie aberdunkel, und das Wurzclwort ist nicht mehr gang-bar, so lasse man das e immer in seinem alten Be-sitze. Ichß würde also rathen Aelrern, Aeinmer--liiig, Aermel, Aeme, Aesche , so wohl Fischals Baum, Abstrich, Bäcker, die Blässe, cmwcisser Fleck vor der Stirn, Fächer, Flächst,