«. Kapit-l. Befolgung der nächsten Abstammung. 7»Abweichungen davon.
§.7. Frcylich gibt es auch hier Ausnahmen,welche denn aber größten Theils schon durch die Aus-sprache angezeiget werden, außer wo ä und dastiefe e mit einander wechseln. Die vornehmsten sind:
1. Der Umlaut, eine der gewöhnlichsten undleichtesten Veränderungen, welche durch die Ablei-tung in dem Wurzelworte hervorgebracht wird:krank, Krankheit, aber kränkeln und kränk-lich ; Runst, künstlich, künsteln; gut, Güte,gütig, vergüten; Trost, trösten, tröstlich;Löwe, Löwinn; Jude, Jüdinn. Hier istnur zu verhüten, daß man dem ä kein e unter-schiebe, wodurch die nächste Abstammung würdeverdunkelt werden, denn die übrigen Selbstlautesind schon durch die Aussprache gesickert. DerAermel, die Aelrern, der Bäcker, der Schlä-gel, der Stängel, der Stämpel, kommenunstreitig und unmittelbar von Arm, alt, backen,schlagen, Gcange, stampfen her, und er-fordern daher billig ein ä, ob man sie gleich ehe-dem gemeiniglich mit einem e schrieb, Aber ehe-dem ging man auch mit dem ä und tiefen e so will-kürlich um, daß fast gar keine Abstammung jn Be-trachtung gezogen ward.
2. Der Wohllaut, welcher von Alters hermanche Veränderungen, sowohl in der Ableitungs-sylbe, als in dem Wurzelworte veranlasset hat,Dahin gehöret z. B. die Verwandlung des entin emp in den Verdis empfahen^ empfangen,empfehlen und empfinden. Die Einschaltung