Kapitel, Befolgung der besten Aussprache. ; r
dem Superlative nicht wieder den Begriff einer ab-soluten Vollkommenheit verbinde, die Ausspracheder obern Classen des südlichen Sachsens ist besser,als alle übrige Aussprachen in Deutschland, und istfolglich gerade diejenige, welche in unserer Schrift-sprache herrscht. Es verstehet sich, daß man da-her) den Unterschied des mündlichen Ausdruckesvon dem schriftlichen, und den Vorzug des letz-tern vor dem ersten nicht aus den Augen setze.Die Schrift verhält sich zur mündlichen Rede, wiediese zu dem Gedanken, und wie der Gedanke zurEmpfindung. Das spätere ist immer vollkommner,als das vorher gehende, und muß es seyn, weil eSaus der Auswahl aus demselben bestehet. Schonin dem Gedanken sondert man die falschen und feh-lerhaften Empfindungen von den wahren und rich-tigen ab, und der mündliche Ausdruck mustert wie-der den Gedanken, und trägt nur das wahre undzur Absicht dienliche vor. Eben so behält der münd-liche Ausdcuckauch in der besten Aussprache, wegender wenigen Zeit, welche ihm »erstattet ist, oftnoch manches Fehlerhafte und Irrige, welches erstdie Schrift ableget, weil sie mehr Zeit und Mußehat, die gehörigcAuswahlzu treffen. Ausspra-che und Schrift können daher in den gewöhnlichenFällen nicht ganz einerlei) seyn, eben so wenig alsGedanke und mündliche Rede ganz einerlei) sind;sondern die Schrift muß natürlich einen höhcrnGrad der Vollkommenheit haben, weil sie Zeit hat,alles das abzulcgen und zurück zu lassen, was derSchreibende bey nikr ein wenig Ueberlegung als feh-lerhaft erkennen kann.Dcr Unterschied bestehet daher