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Vollständige Anweisung zur deutschen Orthographie : nebst einem kleinen Wörterbuche für die Aussprache , Orthographie, Biegung und Ableitung
Entstehung
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z6 I. Abschnitt. Allgemeine Grundgesetze.

und des veränderlichen Geschmackes anzunehmen.Ich glaube indessen, daß diese Unbiegsamkcit der, Sprache und der darauf gegründete langsameFortschritt in der Cultur des Geschmackes eher eineWohlthat als ein Uebel ist. Wird gleich der Gangdadurch langsamer, so ist er doch desto fester undgewisser, und eben diese Langsamkeit bewahret unsdesto länger vor dem Verfalle, der dem höchstenmöglichen Gxade der Cultur immer auf dem Fußenachfolget.

Entwickelung de« Grundgesetzes : schreib wiedu sprichst.

§. 6. Nun, der oben erwähnten wenigen Ab-weichungen ungeachtet, bleibt es doch gewiß, daßdas erste Grundgesetz einer jeden Schrift im Deut-schen völlig rein und unverfälscht befolget wird,daher jeder Schreibende verbunden ist, das Ge-hörte vollständig und genau zu bezeichnen, folglichso zu schreiben, als man spricht. Es gehöret dahin:

1. Daß man nicht mehr schreibe, als die Aus-svrache hören läßt; folglich nicht unndt, Herrrz,Lammb, nimmb, isNagdchen , sondern und,Herz, Lamm, nimm, Mädchen.

2 . Daß man nicht weniger schreibe, als dieAussprache hören läßt,? folglich die Wörter »ndSylben nicht verstümmele; folglich nicht Damf,Herd, flogen, Anab, sondern Dampf, Pferd,pflügen, Anabe. Abbreviaturen sind wahreVerstümmelungen, und lassen sich daher nur inwenigen Fällen entschuldigen. Nach einem ge-schärften Vocale wird in jeder Sprache der folgende