Kapitel. Bezeichnung des Gehörten. ;;
Eigenthümlichkcit, wo nichtzersröret, doch wenig-stens sehr geschwächt ist, schreiten schneller vor.wärts, und geben dem immer steigenden Geschmackeschnell und willig nach. Dassiehetman sehr deut-lich an der Jtaliänischen und Französischen Spra-che. Ein wenig mehr widersetzt sich die Englische,weil sie mehr von der alten Volkssprache behaltenhat, als die vorigen. Unter den alten Sprachenerhielt besonders die Griechische in wenig Jahrhun-derten einen überaus hohen Grad der Ausbildungund Vollkommenheit; ohne Zweifel auch aus derUrsache, weil sie ein ursprüngliches Gemisch meh-rerer Sprachen war, und daher dem Geschmackeweniger Hindernisse entgegen setzte. Sprache,Empfindung und Denkungsart sind immer sehrgenau mit einander verbunden, und was das einehemmet, hindert auch das andere. Liegt alsonicht schon in der Sprache ein sehr wichtiger Be-wcgungsgrund, warum die Deutschen, wenigstensin der Cultur des Geschmackes, nicht so rasch undlebhaft forlschreiten können, als ihre südlichen undwestlichen Nachbarn ? Und wenn das ist^was gibtes für ein Mittel, dieses Hinderniß zu heben? —Etwa, das Eigenthümliche in der Sprache ganz zuzerstören? Nun, wenn das ist, so haben es vieleunserer modischen Schriftsteller nicht unrecht ange-fangen, welche aus allen Kräften daran zu arbei-ten scheinen, diese Eigenthümlichkeit zu vernichten,und dadurch den Weg zu einer biegsamern und ge-schmeidiger« Sprache zu bahnen, welche gefälligerist, jede vorüber rauschende Wallung der ModeC 2