,4 l. Abschnitt. Allgemeine Grundgesetze.
sehende Mundart des Landes, und nahmen folg-lich auch den hier so häufigen vollen Zischlaut an,ohne ihn eben durch die Schrift zu bezeichnen, worinihnen denn auch die Oberdeutschen nachfolgten,weil die Römische Schrift kein Zeichen für diesenden Oberdeutschen so geläufigen Zischlaut hatte.Zwar suchte man denselben in der Folge durch dassik zu bezeichnen, selbst vor Consonanten, wievor den vier flüssigen l, m, n, und r; allein vordem p und t unterließ man es, auS Ursachen, dieman damahls vermuthlich ein wenig mehr em-pfand , als wir nach so sehr veränderten Umstän-den jetzt zu empfinden im Stande sind.
Anmerkung über den langsamen Fortschritt der Culturder Deutschen Sprache.
§. 5. Ich kann nicht umhin, eine Anmerkungmit einzuschalten, die sich mir hier von selbst dar-biethet, wenn sie gleich hier ein wenig am Unrech-ten Orte stehen sollte. Die Deutsche Sprache hatals eine eigene ursprüngliche Sprache, welche durchkeine Vermischung verunstaltet worden, noch ihreganze erste Eigrnthümlichkeit und Abstammung;Aussprache, Schrift, kurz alles in derselben istdarauf gestimmt, diese Eigenthümlichkeit zu er-halten. Aber das wird zugleich Ursache, daß dieCultur in dieser Sprache nicht anders als überauslangsam fortschreiten kann , weil sie überall so vieleFessel findet, welche sie nur nach und nach und insehr unmerklichen Graden lockerer machen kann,geschweige, daß sie sich ihr?r ganz sollte entledi-gen können. Vermischte Sprachen hingegen, deren