zo I. Abschnitt. Allgemeine Grundgesetze.
sichet. Da nun in einer solchen Sprache alles daszerfröret wird, was dieses dunkele Gefühl leitenkönnte, so ist sie auch immer sehr grossen Verän-derungen ausgesetzt, besonders in Ansehung derAussprache, welche bey dem verdunkelten Bau derWörter keinen Halt mehr hat, der ihr Bestimmt-heit und Festigkeit verschaffen könnte. In diesemFalle befinden sich nun so wohl diejenigen Sprachendes südlichen und westlichen Europa, welche ausder unmittelbaren Vermischung der RömischenVolkssprache mit den Landessprachen entstandensind, wie die Jtaliänische, Französische, Spani-sche und Portugiesische, als auch die Englische,welche mittelbarer Weise aus der Französischen undAngelsächsischen zusammen geschmolzen ist. Allediese Sprachen haben dadurch ihre ursprünglicheEigenthümlichkeir verloren, daher auch die immerfortschreitende Cultur ihre ganze Gewalt an ihnenausgeäbet hat, und noch täglich ausübet, wo-durch denn unter andren auch ihre Wörter nach undnach ihren Stämmen völlig unähnlich werden.
Fortsetzung.
§. z. Für die mündliche Rede hat das weiterkeine nachtheilige Folgen, weil diese nur für Dengegenwärtigen Augenblick gilt, und Ton, Mieneund äussere Umstände die Verständlichkeit erleich-tern; allein die Schrift, welche dieser Vortheileberaubt ist, und zugleich für eine längere Zeitdauerbestimmt wird, würde sehr bald ganz unverständ-lich werden, wenn sie der veränderlichen Ausspra-che aufjedem Schritte Nachfolgen wollte. Hier hat