i. Kapitel. Gebrauch der eingef. Schriftzeichen, s;
Ob sie mit der runden Lateinischen zu vertauschen.
§. 6. Mau hat daher schon seit dem vorigenJahrhunderte mchrmahlige Versuche gemacht, dierunde Jtaliänische Schrift, so wie wir sie in La-teinischen Büchern gebrauchen, auch in den Deut»scheu einzuführen, besonders in den südlichen undwestlichen Provinzen, wo man mehr Verkehr mitJialiäncrn und Franzosen hatte, und daher auchmehr an ihre Schriften gewöhnt war. In diesenGegenden würde diese Veränderung die wenigsteSchwierigkeit gefunden haben , wenn man sie stand-haft verfolget hatte. Allein vermuthlich war es Ge-winnsucht, daß man, besonders in der Schweiz, woman mehrmahls sehr eisrig für dieselbe eingenom-men schien, von Zeit zu Zeit wieder davon abging,um sich den Absatz nach dem Mittlern und nördli-chen Deutschlands dadurch nicht zu vermindern,wo diese Veränderung immer den meisten Wider-spruch fand, besonders von Seiten der bioßenLiebhaber, welche einmahl nichts als Deutsche Bü-cher zu lesen gewohnt sind; denn dem Gelehrtenwird die Sache wohl sehr gleichgültig seyn. In-dessen glaube ich doch, daß jetzt der Zeitpunkt ist,da man der schönern Jtaliänischen Schrift mehrBcyfall verschaffen könnte, besonders wenn mananfänglich nur vorzüglich gute, und allgemeingangbare Vücher darin druckte. Auf einmahl kannund darf diese Veränderung ohnehin nicht gesche-hen , weil sonst der Verlust für die Buchdrucke-reycn zu groß seyn würde, und eine Sache, wel«che bloß die Schönheit zum Gegenstände hak,