Einleitung.
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gleich diese Wirkung in jedem' einzelnen Falle nurschwach seyn sollte, so kann ihre vereinigte Kraftdoch immer von Folgen seyn; zu geschweige», daßauch einzelne Fehler in tausend Fällen eine völligeDunkelheit machen, und den Schriftsteller oft et-was ganz anders sagen lassen, als er wirklich sa-gen wollte. Aber nicht bloß das Bedürfnis; machtdiese Richtigkeit nothwendig, sondern auch derBegriff der Schönheit; denn wenn jenes allenfallsbey einem harten Empfindungsvermögen Fehler,wenn sie der Verständlichkeit nicht offenbar entge-gen arbeiten, übersiehct, so kann doch diese sel-bige nicht ertragen. Die Schönheit setzet die Rich-tigkeit voraus, und kann nur von ihr ausgehen;und diese Richtigkeit muß sich auf alle einzelneTheile erstrecken. Die orthographische Richtigkeitist für den schönen Styl das, was die richtigeZeichnung der einzelnen Theile für den bildendenKünstler ist, nur mit dem Unterschiede, daß beydiesem die Schönheit die höchste, bey dem Schrift-steller aber nur eine untergeordnete Absicht ist.Aber das berechtigt letztem nicht, sie ganz zu ver-letzen; denn wenngleich ein orthographischer Feh-ler einen schriftlichen Aufsatz nicht so sehr verun-staltet, als ein verzcichneter Daumen eine Mcdi-ceische Venus schänden würde: so bleibt er dochimmer ein Fehler, dessen Vermeidung Pflicht wirdGehäufte Fehler dieser Art, sie mögen nun ausNachlässigkeit und Unwissenheit, oder aus Vor-satz und Neuerungssucht begangen werden, kön-nen eine sonst gute Schrift so entstellen, daß siefür jeden Leser von Geschmack und feiner Empsin-