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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Reichstagssessivn vv» 1886—87.

das ist nicht möglich. Wenn wir einmal das gegenseitigeMißtrauen erwecken, dann geht es auch, wenn keiner vonbeiden sich blamieren will, unaufhaltsam vorwärts. DiePolitik zweier Großstaaten nebeneinander kann man ver-gleichen mit der Lage zweier Reisenden, die einandernicht kennen, in einem wüsten Walde, von denen keinerdem anderen vollständig traut; wenn der eine die Handin die Tasche steckt, dann spannt der andere schon seinenRevolver, und wenn er den Hahn des ersten knacken hört,feuert er schon. So ist es bei Mächten, von denen jedeEinfluß auf die Entscheidungen der anderen hat; da mußman das erste Mißtrauen und die erste Verstimmung deranderen sehr sorgfältig vermeiden, wenn man die Freund-schaft bewahren will. Das alles wird der Herr Vor-redner besser wissen als ich, wie ich überhaupt bedaure,daß er den Plak, den ich einnehme, nicht einnimmt; aberich kann gegen den Willen des Kaisers nicht auskommen.

Der Herr Abgeordnete hat ferner gesagt, was wirdenn zu befürchten hätten, wenn Rußland unser Ver-bündeter sei. Ich weiß nicht, woher er weiß, daß Ruß-land unser Verbündeter ist. Wenn er geheime Nachrichtenaus Petersburg hat, daß Rußland mit uns ein Bündnisgegen Frankreich abschließen will, so würde ich ihm dank-bar sein, wenn er mir das mitteilen wollte; das wärepatriotischer, als hier in die Oeffentlichkeit solche Nach-richten zu lancieren, die ich für irrtümlich halte. Ichhabe gestern noch die Ehre gehabt, mit dem russischenBotschafter zu Mittag zu essen; mir hat er nichts davongesagt, daß er ein Bündnis vorschlüge. Ich habe meinVertrauen dazu ausgesprochen, daß Rußland uns nichtangreife und nicht konspiriere mit anderen Mächten, daßes kein Bündnis gegen uns suche. Wir haben aber auf