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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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310 Die Reichstagssession von 1886—87.

lich ja möglich, wenn in Frankreich eine Negierung vonmilitärischen Neigungen ans Ruder käme. (Hört! hört!rechts.) Ich will noch gar nicht sagen: eine militärischeDiktatur, aber doch eine Regierung, die sich sagte: ichweiß nicht, ob wir uns, wenn wir lediglich die innerenFragen ansehen, hier werden halten können; wenn esuns aber gelingt, einen populären Krieg zu entzünden,so haben wir immer noch die Chance, daß wir unshalten, wenn wir siegen; werden wir geschlagen, dannist es nicht schlimmer, als wenn wir so zur Abtretunggenötigt werden, und wir haben dann wenigstens dieganze große Tragfähigkeit des französischen Patriotis-mus, der auch für eine geschlagene Negierung unter Um-ständen Partei nimmt, und der sich entzündet, wennFrankreich im Kriege ist. In Frankreich ist eine Redens-art: dieser Regierung keinen Groschen, und wenn derFeind auf dem Kreuzberg steht! — ja absolut unmöglich.(Sehr richtig! rechts.) Da stellt sich jeder Franzose;der päpstliche Zuave und der Sozialdemokrat dienen alleunter einem Regiment, sowie das Vaterland in Gefahrist. Bei uns — ich kann's nicht finden! (Unruhe imZentrum und links.) — Doch? glauben Sie? ich willes abwarten.

Also diese Möglichkeit liegt doch auch vor. WennNapoleon III. den Feldzug 1870 gegen uns, einen großenund schweren Krieg, der ihm den Thron kostete, — inkeiner Weise durch das Ausland genötigt, unternahm,lediglich weil er glaubte, daß das seine Regierung imInlands befestigen würde, — warum sollte dann nichtz. B. der General Boulanger, wenn er ans Ruder käme,dasselbe versuchen? (Sehr richtig! rechts.) Ich würdeihm gar nicht einmal ein Verbrechen daraus machen, ich