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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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292 Die Reichstagssession von 1886—87.

von Frankreich angegriffen werden, an sich ein aus-reichender Grund, um diese Vorlage zu bewilligen? Ichhabe bei meiner Motivierung keine Koalitionen, keineKombinationen und Konjekturen im Auge, sondern dieeinfache Möglichkeit, daß wir und Frankreich uns ohneBundesgenossen im freien Felde einander gegenüberstehen.Schon wenn der Krieg ausbräche, würde die Kalamitäteine große. Bedenken Sie, was allein der ausbrechendeKrieg, ganz unabhängig von dem Ausgange desselben,zu sagen hat! Unser ganzer Handel zu Lande und zurSee, unsere ganzen industriellen Unternehmungen würdensämtlich lahmgelegt sein; — ich brauche das wohl nichtzu schildern, Sie haben es selbst erlebt. Diese Kalamität,daß der Krieg ausbrechen könnte, wird vielleicht gefördert,wenn der Krieg leicht erscheint, wird verhindert, wennder Krieg schwer erscheint. Je stärker wir sind, destounwahrscheinlicher ist der Krieg. Die Wahrscheinlichkeiteines französischen Angriffs auf uns, die heute nicht vor-liegt, tritt ein, wenn unter dem Eintritt einer anderenRegierung, als die heutige, Frankreich irgend einen Grundhat, zu glauben, daß es uns überlegen sei. Dann, glaubeich, ist der Krieg ganz sicher. Diese Ueberzeugung kannberuhen auf Bündnissen, die Frankreich hätte. Ich habevorhin entwickelt, daß ich nicht glaube, daß solche Bünd-nisse stattfinden werden; es ist eine Aufgabe der Diplo-matie, danach zu streben, daß dies verhindert werde,oder Gegenbündnisse zu haben, wenn dies eintritt. Ichwill bloß das Duell zwischen uns und Frankreich insAuge fassen.

Das kann also eintreten, sobald Frankreich stärkerist als wir: einmal durch Bündnisse oder auch durch dieNeberlegenheit seiner Bewaffnung. Diese rein technische