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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Nsichstagssession von i88687.

Es wird Ihnen eine Gesetzvorlage zugehen, nach welcher dieseHeeresverstärkung bereits mit dem Beginn des neuen Etatsjahreseintreten soll. Seine Majestät der Kaiser hegt in Uebereinstimmungmit den verbündeten Regierungen die Zuversicht, das; die Not-wendigkeit dieser im Interesse unserer nationalen Sicherheit unab-weislichen Forderung auch von der Gesamtheit des deutschen Volkesund seiner Vertreter mit voller Entschiedenheit anerkannt werdenwird." Ueber die politische Weltlage äußerte sich die Thronredebei weitem weniger zuversichtlich, als in früheren Jahren:DieBeziehungen des Deutschen Reichs zu allen auswärtigen Staatensind freundlich und befriedigend. Die Politik Seiner Majestät desKaisers ist unausgesetzt dahin gerichtet, nicht nur dem deutsche»Volke die Segnungen des Friedens zu bewahren, sondern auch fürdie Erhaltung der Einigkeit aller Mächte den Einfluß im RateEuropas zu verwerten, welcher der deutschen Politik aus ihrer be-währten Friedensliebe, aus dem durch diese erlangten Vertrauenanderer Regierungen, aus den; Mangel eigener Interessen an schwe-benden Fragen und insbesondere aus der engen Freundschaft er-wächst, welche Seine Majestät den Kaiser mit den beiden benach-barten Kaiserhöfen verbindet." Zum Verständnis dieses künstlichgewundenen Satzes genügt es, an das bulgarische Ereignis vomAugust und September l88t> zu erinnern: den von Rußland be-wirkten Sturz des Fürsten Alexander, der die öffentliche Meinungin Oesterreich-Ungarn lebhaft erregte, ohne daß doch die russischePolitik, da ein positives Resultat ihrer Gewaltthätigkeit ausblieb,ihresteils befriedigt worden wäre. Es hatte daher der behutsamstenZurückhaltung des mit Oesterreich verbündeten Deutschen Reichesbedurft, um den seit lange vorhandenen Ingrimm des russischenEhrgeizes in unschädlichen Schranken festzubannen. Die Gefahr derSituation beruhte dabei in erster Linie auf der Thatsache, daß zugleicher Zeit in Frankreich General Boulanger als Kriegsminister,in abenteuerlicher Weise zur Herrschaft aufstrebend, die alten Rache-gelüste neu zu beleben verstand. Der im stillen anwachsendenrussischen Kriegsbereitschaft gesellte sich so, von der einmütigenStimmung der Nation getragen, ein ebenso hastiger wie umfassen-der Aufschwung der französischen Rüstung bei.

Aus der Erwägung dieser Umstände entsprang die Militär-vorlage, in deren erste Beratung der deutsche Reichstag in seiner