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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Landtagssession uon 1886.

dieser Grenze bereitwilligst gehen; es kann aber nichtverlangt werden, daß sie sich mit der Majorität allerParteien in Unfrieden setzen sollte.

Nicht an der öffentlichen Meinung, sondern an demAusdruck der Stimmung des Volkes, wie er in den beidenHäusern des Landtages die Möglichkeit hat, sich amtlichzu erkennen zu geben, wird es sein, die Grenzlinie zubestimmen, bis zu welcher die Staatsregierung gerne undbereitwillig gehen wird.

Der konservative Herr v. Kleist-Retzoiv sprach sodann demFürsten Reichskanzler den Dank seiner Freunde für die von ihmeingenommene Stellung aus. Er beklagte schmerzlich den Kultur-kampf, „der Staat und Kirche gleichmäßig zerfleischte, ja dem Staatevielleicht noch tiefere Wunden schlug", und bemühte sich im übrigen,die Ausführungen Beselers zu widerlegen. Noch einmal erhob sichhierauf Fürst Bismarck zu einer kurzen Bemerkung:

Ich muß dem Herrn Vorredner in einer seiner An-führungen widersprechen, weil ich glaube, daß dieselbeauf einem thatsächlichen Irrtum beruht.

Er hat gesagt, daß durch den Kampf, so wie erbisher verlaufen ist, der Staat seiner Meinung nachmehr geschädigt sei als die Kirche. Das ist eine Ansicht,die ich nicht teile; es könnte daraus sich der wesentlicheIrrtum entwickeln, als ob der Staat in den Anerbie-tungen, mit denen er der Kirche und seinen katholischenMitbürgern entgegenkommt, irgend einer Notlage Aus-druck gäbe, in der er sich befinde, als ob sie nicht derreine Ausfluß des Friedensbedürfnisses Seiner Majestätdes Königs Seinen katholischen Unterthanen gegenüberwäre, von dem Augenblick an, wo der Friedensmuuschvon Rom aus unzweideutigen Ausdruck gefunden hat.Der Herr Vorredner wird sich selbst überzeugen, daß