Fausts Fluch das sozialdemokratische Programm. 141
kraten, so viel ich gelesen habe, nicht ausgesprochen. Wirhaben ja überhaupt kein bestimmtes Programm (Zurufvon den Sozialdemokraten: Doch!) der Sozialdemokratie;— außer dem Fürstenmord kenne ich kein so genauaccentuiertes. (Oho! uud Lachen bei den Sozialdemo-kraten.) Ich erinnere daran, daß ich schon bei früherenGelegenheiten getadelt habe, daß Sie sich vor einer Offen-barung der letzten Konsequenzen Ihres Systems so fürchten,daß Sie sich nicht getrauen, Ihr Programm vollständigvor der Oeffentlichkeit darzulegen. Ich erlaubte mir, Sienach einem Gedicht von Thomas Moore mit dem ver-schleierten Propheten zu vergleichen, dessen Macht daraufberuhte, daß er die Häßlichkeit seines Gesichts durch einenSchleier verbarg und im übrigen einen mächtigen geistigenEinfluß auf die Völkerschaften übte, die er führte. DieseUnschönheit, dieses Unsympathische der Ziele, die Sieerstreben, verbergen Sie sorgfältig. Ich kann diese Zieleungefähr ausgesprochen finden in Goethes Faust, iu alle-dem, was Faust in seinem Zorn verflucht; er flucht dem,was als Weib und Kind und als Besitz uns schmeichelt;er flucht der Hoffnung und dem Glauben und vor allemder Geduld. Wenn jemand die Stelle — ich weiß sienicht ganz auswendig — Nachlesen will, so wird er indem Fluche, den Goethe dem Faust in den Mund legt,ziemlich genau das sozialdemokratische Programm siudeu,das heißt die Negation von allem, was das Leben über-haupt wertvoll macht. Der Herr Abgeordnete Bebel warfhier mit einem gewissen drohenden Tone die Worte hin:wenn dies und das geschähe, dann würde die Mordfrei-heit eintreten; Sie wollen also selbst ermessen, ob eszweckmäßig ist, russische Zustände bei uns einzuführen.Solche Drohungen schrecken uns nicht; denn wenn Ihre