Bravo! Bravo!
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sichtigung des Brennereibetriebs beherrscht, auf ein privates, per-sönliches Verhältnis des Reichskanzlers angespielt zn haben. Erentschuldigte die flüchtige Arbeit der Kommission; die Negierungs-vertreter selbst hätten dort zur Unterstützung der Vorlage so leichteReden gehalten, wie noch nie. Warum habe man nach sechs Mo-naten heimlicher Vorbereitung den Reichstag überrascht? Nach wei-teren polemischen Ausführungen, deren Wesen aus der nachstehendenReplik des Fürsten Bismarck deutlich hervorgeht, wandte sich derfreisinnige Redner zum Schluß dem ernsten Ausgange der mahnen-den Rede des Reichskanzlers zu. Auch die Opposition wolle dasReich befestigen, zumal durch Rücksicht auf die Zufriedenheit seinerBewohner. Daß die deutschen Fürsten ihrerseits aus Unzufrieden-heit mit der Entwickelung des Reichs ihre an dieses abgetretenenRechte wieder heimfordern könnten, sei undenkbar, denn das wäreRevolution. Die leisen Andeutungen bevorstehender äußerer Ge-fahren machten, dunkel wie sie seien, im Munde des Reichskanzlerseinen besonderen Eindruck. Aber wenn das Deutsche Reich einmalin einen Krieg gestürzt werde, einen schweren, langwierigen Krieg,so brauche es dazu geschonte Volkskräfte, zu deren Zerstörung diegegenwärtige Vorlage beitragen mühte. Noch war der laute Beifallder Parteigenossen des Redners nicht verhallt, als Fürst Bismarckversetzte:
Bravo! Bravo! — (Lebhafte Heiterkeit.) Ich teileganz die Ansicht der Herren, die Bravo riefen; es wareine ausgezeichnete Rede; aber sie wird auch von demVorwurf getroffen, den der Herr Abgeordnete Richtermir gemacht hat: sie war nicht neu. Er sagt mir, ichhielte immer dieselbe Rede. Von dem Herrn Abgeord-neten Richter habe ich in den letzten zehn Jahren auchnichts Neues gehört. Es ist immer dasselbe: Keine neuenSteuern! 120 Millionen Steuern! — mehr oder wenigerPathetisch, je nach Bedürfnis, vorgetragen.
Also, ich möchte dem Herrn Abgeordneten Richterdoch empfehlen, daß wir, die wir — ich bin bald 40 Jahrein der parlamentarischen Thätigkeit, Herr Richter min-