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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
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Die Reichstagssession von 1888—86.

an den Fahnen der feindlichen Armee, an ihren rotenFahnen die sozialistischen Ideen angebracht sehen würden?Heutzutage steht die französische Armee den Arbeiter-bewegungen in Decazesville gegenüber. Wir wissen nicht,ob wir den Thatsachen mehr Rechnung tragen sollen,daß sie sie im Schach hält, oder den Andeutungen vonministerieller Seite her, daß der Soldat von heute Ar-beiter von gestern, und der Arbeiter von heute der Soldatvon gestern ist; wir wissen nicht, wer in Frankreich beider Bewegung schließlich den Sieg davontragen wird.Kurz, wenn wieder große europäische Erschütterungenkommen sollten, — sie werden sehr viel kompliziertersein, als diejenigen, die wir hinter uns haben, und siewerden zum Teil internationaler Natur sein. Wenn solcheBewegungen kommen, so möchte ich, daß das DeutscheReich mit der vollen Festigkeit, die wir ihm in derFriedenszeit zu geben vermögen, diesen Möglichkeitenentgegentritt. Wir haben 15 Jahre Frieden gehabt, wirhaben sie bisher, wenn ich von der Thätigkeit der Kriegs-ministerien absehe, meines Erachtens nicht so benutzt zurFestigkeit des Reiches, wie wir sie hätten benutzen können.Namentlich die Herstellung der Zufriedenheit durch Ver-minderung des Druckes der öffentlichen Lasten, die Durch-führung der sozialistischen Reformen, die wir angefangenhaben, von denen wir der kostspieligsten und schmierigsten,der Altersversorgung, noch gar nicht einmal nahegetretensind — dazu hätten wir eine reichliche Zeit gehabt, undes ist noch iöiupus utils. Ich sehe noch keine Gefahr,die uns unmittelbar bevorstände, obschon ich sagen muß— vielleicht zum Schaden meiner diplomatischen Repu-tation —, daß ich im Frühjahr 1870 auch nicht vorher-gesehen habe, daß wir in wenigen Monaten in anderen