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15 (1891) Polenfrage, Kirchenfriede, Septennat
Entstehung
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112
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H2 Die Reichstagssession von 1885—86.

wendig, daß die Politik der Regierung vor einer großenvolksvertretenden Versammlung öffentlich beraten undbesprochen werde, daß ohne deren Zustimmung nicht dieGesetze gemacht werden, die Steuern nicht auferlegt wer-den, kurz und gut, daß die Regierung durch das Vetoeiner Volksvertretung vor Thorheiten und Einseitigkeitenbewahrt werde. Aber das einzelne Votum des Reichs-tags kann unter Umständen, wie ich schmerzlich bedaure,einen Zeitverlust verursachen; aber das emotioniert michnicht in dem Maße, daß ich an dem Werke, dem ichmein Leben gewidmet habe, mich vergreifen möchte. MeineHerren, das Deutsche Reich kann Gefahren ausgesetztsein, die nicht unmittelbar aus unseren inneren Verhält-nissen herrühren. Der frühere deutsche Bund, der Frank-furter Bundestag, beruhte auch auf sehr bündigen Ver-trägen, gegen die sich gar nichts einwenden ließ, undschließlich widerstand er dem nicht sehr starken Windevon 1848 doch nicht 24 Stunden; — ich nenne denWind nicht sehr stark, weil kein Ausland hinter ihmwar. Nichtsdestoweniger märe der Bund im Jahre 1854schon in die Brüche gegangen, wenn der Krimkrieg sichso weit entwickelt hätte, daß Oesterreich für die West-mächte Partei genommen hätte. Im Jahre 1866 wurdeer von Preußen unter dem Beifall der großen Mehrzahlder deutschen Nation aufgelöst und beseitigt, weil er denErwartungen, die die deutsche Nation von ihm gehegthatte, nicht entsprach, weil er ihre Bedürfnisse nicht er-füllte, und vor allen Dingen, meine Herren, weil er dieRealitäten nicht berücksichtigte, nämlich das Gewicht derEinzelstaaten, das Gewicht der Dynastien. Es warenja damals im Jahre 1866 im wesentlichen noch vor-wiegend dynastische Spaltungen, die Deutschland zer-