Die Wahlen kein Barometer der Volksgefühle. Hk
Gesamtheit der öffentlichen Meinung, von der Volks-meinung auf das strengste verurteilt worden sei. Eswurde eine Probe darauf gemacht, die aus das klarstebewies, daß das nicht der Fall war. Schon mitten inder Konfliktszeit, vor und während des dänischen Krieges,konnte man sehen, daß die Truppen, auch die eingezogeneuLandwehrleute und jeder, der dabei beteiligt war, mitderjenigen Begeisterung, die dem Preußen und demDeutschen im Kampfe für seinen Herd, im Kriege gegenden Feind eigen ist, für denselben eintraten, und daßvon irgend einer Verstimmung, von irgend einem Echojener berüchtigten Worte: „Diesen: Ministerium keinenGroschen, und wenn der Feind auf dem Kreuzbergsteht" —, auch nicht die Rede war. Viel schärfer zeigtesich das, als die Mobilmachung gegen Oesterreich war.Ein Krieg gegen Oesterreich war doch wirklich etwas,was vielen Leuten, vielen Deutschen und mir selbst gegenden Strich ging, und was unsere innersten Gefühle pein-lich berührte. Ist dabei derselbe Geist, der doch, währenddie Feindseligkeiten im Gange waren, und nach ab-geschlossenem Frieden in der Verwerfung der Neichs-verfassung sich zeigte, irgendwie bei dem Volk in Waffenzum Ausdruck gekommen, auch nur in einer gelegent-lichen Aeußerung, auch nur mit einem Zeitungsartikel?Ich habe davon nichts gehört, und ich habe seitdem aufdie Frage, ob Auflösung oder Wahlen, nicht mehr das-selbe Gewicht gelegt wie früher, als ich Abgeordneterwar. Da schien mir auch das Allerwichtigste, was inFrage kommen konnte, ob ich bei der nächsten Wahlwiedergewählt werden würde, oder ob ein anderer michaus meiner Stelle verdrängen würde.
Ich halte es für dringend wünschenswert und not-