Sorge um die Haltbarkeit des Reichs.
109
täten aus der Hand gab und sie in die Hand der vor-her von mir in ihrer Zusammensetzung geschildertenReichstagsmajorität legte, — daß diese Opfer die Herrennicht gereuen. Wenn der König von Preußen oder vonBayern oder von Sachsen die Opfer, die er der All-gemeinheit gebracht hat, bereuen sollte, — ja, meineHerren, davon ist bei einem König, der sein Volk liebt,das Bedürfnis und das Bestreben fast unzertrennlich,dasjenige, was er zum Nachteil seines näher ungehörigenVolkes aus der Hand gegeben hat, wieder zurückzugeminnen— natürlich auf gesetzlichem Wege, wie die Polen sagen(ah! links), und wie das ja unter dem Beifall des Ab-geordneten vr. Windthorst und des Zentrums gesagt ist:alles auf gesetzlichem Wege, natürlich! Glauben Sienicht, daß es mir überhaupt, wenn ich diese Saite an-schlage, die Haltbarkeit des Reichs, einfällt, mit einemStaatsstreich oder dergleichen zu drohen! Die besteHälfte meines Lebens klebt an der Herstellung diesesReichs, und ich habe keine Neigung, kurz vor meinemAbtreten aus dieser Welt Hand an das zu legen, woranich selbst mitgearbeitet habe. (Bravo! rechts.) Ichhalte es nur für meine Pflicht, nach meiner langjährigenpolitischen Erfahrung in den Geschäften Ihnen auch meineSorgen, die ich für die Zukunft hege, nicht zu verhehlenund das, was ich befürchte, wenn der Reichstag feineAufgabe auf diese Weise fernerhin anffassen wird.
Sie können mir ja darauf erwidern: wenn der Reichs-tag den verbündeten Regierungen nicht konveniert, sokann er aufgelöst werden. Ja, auf dieses Mittel legeich sehr wenig Gewicht; eine Auflösung würde wahr-scheinlich nichts anderes als annähernd denselben Bestand,den wir heute vor uns sehen, wieder herbeiführen, und