224 Die Frühjahrssession des Reichstages von 1877.
zu betrachten, als dasjenige, was den Flüssen zugeführtwird. (Sehr richtig!)
Ich habe daher das Reichsgesundheitsamt aufgefor-dert, zuerst seine Aufmerksamkeit der Verfälschungallgemein verbreiteter Nahrungsmittel undGetränke zu widmen und sich zunächst die Aufgabe zustellen, einmal das Trinkwasser der großen Städte, danndas Bier und dann den Wein, unter welchem Namendiese beiden Getränke im Handel Vorkommen, einer chemi-schen Untersuchung zu unterwerfen.
Es hat sich dabei ergeben, daß gerade die Analysedieser Flüssigkeiten und die Feststellung derjenigen Zusätzeaus dem Gebiete der organischen Körper eine außer-ordentlich schwierige und wenig ausgebildete Branche derChemie ist, und unsre Hauptschwierigkeit bei der Aufgabeist gewesen, sachkundige Leute bereit zu finden, dann zu-nächst auch nur einmal feststehende Methoden für dieseUntersuchung, die zu meiner Ueberraschung nicht vorhan-den sind, dann Lokalitäten und die ziemlich großen Appa-rate, die hierzu erforderlich sind.
Die Untersuchungen sind seit mehreren Monaten imGange und haben Resultate geliefert, die mich überraschthaben über das Maß der — wir können es nach unsremheutigen Gesetze kaum Verfälschungen nennen — aberüber den gänzlichen Mangel an Verbindung, der zwischendiesen Flüssigkeiten und dem, was man sonst Bier undWein nennt, besteht; sie haben mitunter gar keine Ver-wandtschaft mit Hopfen und Malz und der Wein mitder Traube.
Ich hoffe also, daß der Reichstag, da unter unsdoch viele sind, die beide Flüssigkeiten nicht verschmähen(Heiterkeit), mir darin beistehen dürfte, diese Aufgabe