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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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204 Die Frühjahrssession des Reichstages von 1877.

Entwickelung des Bestehenden, indem man die Richtungnach vorwärts beibehält, in dieser Richtung jeden Schrittthut, der sich im Augenblick als möglich und unschädlichzeigt, so daß keine größeren Gefahren damit verbunden sind.

Erinnern Sie sich, meine Herren, wie bin ich gedrängtworden zu Zeiten, den Anschluß einzelner Staaten vonSüddeutschland an Norddeutschland zu fördern, die sichbereitwillig uns darboten, also, um es mit Namen zunennen: Baden. Ich habe mir vielleicht damals die Zahlmeiner Freunde nicht vermehrt, indem ich es bestimmtablehnte; ich glaube aber kaum, daß wir heute in den-selben guten Verhältnissen mit unfern übrigen süd-deutschen Landsleuten ständen, wenn wir damals in deneinseitigen Anschluß von Baden gewilligt hätten. Dasverstehe ich unter Schritten, die uns zwar vorwärtsbringen, aber in andrer Beziehung mit größeren Nach-teilen verbunden sind. Daß der Bundesrat zu gunstenvon solchen Reichsministern, wie sie vorschweben. Rechteaufgeben müßte, ist ja ganz klar; diese Rechte sind aberverfassungsmäßig verbürgt und können nur unter Zu-stimmung der Regierungen modifiziert werden. Ist dieseZustimmung wahrscheinlich zu erreichen? Sie wissen, daß14 Stimmen im Bundesrat verfassungsmäßig dazu hin-reichen, um eine Verfassungsänderung zu hindern. Mankann das beklagen, aber es ist Thatsache und verfassungs-mäßiges Recht bei uns. Sind Sie nicht alle überzeugt,daß diese 14 Stimmen zum Widerspruch gegen eine Ein-richtung, durch welche der Einfluß der einzelnen Regierungwesentlich beeinträchtigt würde, sich so, wie die Sachenheute liegen, unbedingt finden würden? Ich bin davonüberzeugt, und ich mag durch dieses Experiment diesenWiderspruch nicht auf die Probe stellen und ebenso, wie