Die Einrichtung von Neichsministerien.
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2. Die Einrichtung von Neichsminislerieu.
13. März 1877.
Bei der zweiten Lesung des Reichshaushaltsetats in der8. Sitzung am 13. März kam bei der Beratung des Titels: „DerReichskanzler" der fortschrittliche Abgeordnete Hänel auf die inder vorigen Nummer wiedergegebenen Ausführungen desselben zu-rück. Er glaubte dabei beharren zu müssen, daß der Reichstag, daer kein hinlängliches Arbeitsmatsrial vorgefunden habe, acht oderzehn Tage zu früh einberufen sei. Hinsichtlich der Frage der Ein-richtung von Reichsministerien seien die Erklärungen des Reichs-kanzlers oft nicht miteinander in Uebereinstimmung. Eine solcheErinnerung der in der Opposition befindlichen Fortschrittsparteiwerde zwar nicht viel Eindruck machen, aber gleichwohl müsse esimmer wieder gesagt werden, der Reichskanzler müsse für die Mög-lichkeit eines Nachfolgers sorgen, denn er dürfe nicht übersehen,daß unter gewöhnlichen Verhältnissen und bei gewöhnlichen Men-schen schematische Institutionen, die auf einer Summe von Erfah-rungen im politischen und konstitutionellen Leben basiert seien,allein im stände seien, die Dauer und die Sicherheit der künftigenEntwickelung des Deutschen Reiches zu ermöglichen. Darauf ant-wortete der Reichskanzler:
Ich habe zuförderst eine Ausführung des Herrn Vor-redners zu berichtigen, die er am Schluffe aussprach,und ich habe die Ueberzeugung, daß diese Berichtigungihm selbst nicht unangenehm sein wird. Er sprach dieBefürchtung aus, daß ein von ihm ausgehendes Wortmir weniger Eindruck machen werde, als wenn es vonandrer Seite fällt. Ich muß das bestreiten. Im Gegen-teil, ich habe mich über die reichsfreundliche Strömung,die durch die ganze, für mich sehr lehrreiche, wenn auchnicht in allen Punkten überzeugende Erörterung ging,aufrichtig gefreut. Ich möchte vielmehr daran erinnern,daß ja auch vom Standpunkt einer höheren Gerechtigkeit