166 Die Herbstsession des Reichstages von 1876.
Widrigkeit bei uns vorauszusetzen, daß wir den Schlagnicht empfänden, der uns dadurch zugefügt wird, daßwir nicht von selber alles thäten, was wir zu seiner Ab-wendung, Milderung, Wiederabstellung thun könnten, —den Grad von Gewissenlosigkeit wird er uns nicht zumuten.Ich mußte mir also sagen, dem Herrn Abgeordneten liegtes schwerlich daran, sich über etwas zu vergewissern, waser noch nicht weiß, sondern es liegt ihm daran, eineoppositionelle Interpellation zu stellen; und da ich leidergewohnt bin, den Herrn Abgeordneten in dieser Richtung,besonders wenn die Opposition eine Spitze gegen meinePerson gewinnen kann, zu finden, so, glaube ich, hatteich nicht den Beruf, dem Kampfe, den er mir brachte,auszuweichen; gesucht habe ich ihn nicht. Ich mußtenach seinem bisherigen Verhalten vermuten, daß er mirein Gefecht liefern wollte. Mein Beruf ist es nicht, dieSchlacht verloren zu geben, indem ich sage: Ich will dieInterpellation nicht beantworten. Meine Herren, daraushätten Sie, wenn Sie in dem Maße, wie ich voraussetze,gegen unsre Politik sind, sehr viel Nutzen auf unsreKosten gezogen; das konnten Sie nicht verlangen, daßich Ihnen das einräume. Das Volk hätte geglaubt, dieFortschrittspartei hätte etwas Besonderes gewußt,wenigstensdoch der Herr Abgeordnete Richter, der ein weiser Mannin finanziellen Dingen ist, hätte ein Mittel gehabt, wenndie Negierung sich nur darauf hätte einlassen wollen.Meine Herren, dann hätten wir auf dem Gebiete derinneren Politik eine Schlacht verloren gegeben, was dochniemand verlangen kann, sondern so oft man von irgendeiner Seite eine Interpellation stellt, werden wir sie be-antworten, und es ist mir nicht erinnerlich, daß dieseAblehnung jemals vorgekommen wäre. (Zuruf: O ja!)